Kidical Mass : Kinder radeln für ein fahrradfreundliches Rostock

Der Radentscheid lehnt sich an Vorbildaktionen in Deutschland wie hier in Neukölln.
Der Radentscheid lehnt sich an Vorbildaktionen in Deutschland wie hier in Neukölln.

Radentscheid Rostock organisiert Fahrradtour zu den Grundschulen in der KTV.

svz.de von
14. Juni 2019, 08:00 Uhr

Rostock | Der Radentscheid Rostock lädt am Sonntag, 16. Juni, zur ersten Rostocker Kidical Mass ein. Dabei radeln Kinder zusammen mit ihren Eltern und anderen Erwachsenen durch die Innenstadt, um für sichere Radwege zu demonstrieren. Startpunkt ist der Doberaner Platz.

Für bessere Radfahrbedingungen

An jedem letzten Freitag im Monat setzt sich die "Critical Mass Rostock" für bessere Radfahrbedingungen ein. Die Critical Mass ist eine kreative Form des Straßenprotests, bei der sich mehrere Fahrradfahrer scheinbar völlig zufällig treffen, um gemeinsam durch Innenstädte zu fahren und nach dem Motto “Wir blockieren den Verkehr nicht - wir SIND Verkehr!” auf ihre Gleichberechtigung gegenüber dem motorisierten Verkehr aufmerksam zu machen. Der Radentscheid Rostock organisiert am Sonntag, 16. Juni, eine besondere Art der Critical Mass: Bei der ersten Rostocker "Kidical Mass" werden Kinder und Erwachsene gemeinsam eine gemütliche und kinderfreundliche Route durch die Innenstadt fahren.

Breite Wege erwünscht

“Die Kidical Mass ist eine Art Critical Mass für Kinder - nur viel kürzer”, erläutert Annika Haß vom Radentscheid Rostock. Die Strecke ist etwa sieben Kilometer lang und führt an vielen Grundschulen in der KTV vorbei. “Kinder müssen in der Stadt alleine Fahrrad fahren können”, sagt Robin Lenz. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Radentscheid Rostock zehn Forderungen formuliert, die das Radfahren in Rostock sicherer machen sollen. Besonders wichtig ist der Bau von ausreichend breiten Radwegen, auf denen Radfahrer vom Autoverkehr getrennt fahren können.

Unterschriftensammlung für mehr Sicherheit

Aktuell sammelt der Radentscheid Rostock Unterschriften für seine zehn Forderungen, um politischen Druck aufzubauen. “Gerade viele Eltern von kleinen Kindern unterschreiben unsere Forderungen”, so Kristina Kähm vom Radentscheid Rostock. Ihnen sei es ein besonderes Anliegen, dass Kinder mit dem Fahrrad sicher durch die Stadt kommen. “Kinder brauchen im Stadtverkehr dringend besseren Schutz durch sichere Radwege”, ergänzt Marie Heidenreich. “Wenn sich alle auf den Fahrradwegen Rostocks wohlfühlen und zügig vorankommen, heißt das auch: weniger Auto-Staus, Dreck und Lärm und mehr Platz und eine gesündere Umwelt für uns alle.”

Polizei sichert Kidical Mass ab

Die Kidical Mass ist als Demonstration angemeldet und wird von der Polizei vor dem Autoverkehr geschützt. Das ermöglicht, dass auch Kinder unter acht Jahren teilnehmen können, die sonst nicht auf der Fahrbahn fahren dürfen. Da sieben Kilometer für die jüngsten Teilnehmer nicht wenig sind, fahren die Radfahrer ein sehr niedriges Tempo um die 10 km/h. So können alle Kinder mithalten - egal, ob im Lastenrad, auf dem Kindersitz, im Fahrradanhänger oder schon auf dem eigenen Fahrrad.

Die Kidical Mass findet im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche vom AStA der Universität Rostock statt. Beginn der Radtour ist am 16. Juni um 14 Uhr im Anschluss an den Open-Fair-Brunch im Peter-Weiss-Haus. Startpunkt ist der Doberaner Platz.

Über den Radentscheid Rostock

Der Radentscheid Rostock ist eine Initiative, die sich für sicheren Radverkehr in Rostock einsetzt. Der Radentscheid hat sich im Sommer 2018 gegründet. Das übergeordnete Ziel der Initiative ist eine Stadt, in der alle Menschen – auch Kinder und Senioren – sicher und entspannt Radfahren können. Radfahren ist gesund, schont das Klima, braucht wenig Platz und verursacht weder Lärm noch Abgase, so die Initiative. Außerdem würden sich die meisten Ziele innerhalb Rostocks schneller mit dem Fahrrad erreichen lassen. Fahrradfahren mache einfach Spaß, wenn die Radwege breit genug, hindernisfrei und sicher sind. Deshalb fordert der Radentscheid die Politik dazu auf, kinder- und seniorengerechte Radinfrastruktur zu schaffen.

Die zehn Ziele des Radentscheids Rostock

Die Aktiven haben zehn Ziele für eine fahrradfreundliche Stadt formuliert. Deren Umsetzung soll mit einem Bürgerentscheid erreicht werden. Aktuell sammelt der Radentscheid Rostock Unterschriften für seine Ziele. Mindestens 4000 Unterschriften von Rostockern benötigt das Bürgerbegehren, damit es zum Bürgerentscheid kommt. Auf der Website radentscheid-rostock.de/sammeln steht die Unterschriftenliste zum Download zur Verfügung. Unterstützer können die Liste selbst ausdrucken und bei einer der über 30 Sammelstellen im Stadtgebiet abgeben, dem Radentscheid per Post oder persönlich zukommen lassen.

  • Ziel #1 – Planungen nach dem Stand der Technik
  • Ziel #2 – 10 km sichere Radwege an Hauptstraßen pro Jahr
  • Ziel #3 – 10 km für den Radverkehr attraktive Nebenstraßen pro Jahr
  • Ziel #4 – Vier sichere Kreuzungen pro Jahr
  • Ziel #5 – Hindernisfreie Rad- und Gehwege
  • Ziel #6 – Mehr Radabstellanlagen
  • Ziel #7 – 50 Bordsteinabsenkungen pro Jahr
  • Ziel #8 – Aktive Unfallursachenbeseitigung
  • Ziel #9 – Förderung von Lastenrädern
  • Ziel #10 – Bewusstsein schaffen


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