Kempowski-Tage : Experten philosophieren anlässlich des 90. Geburtstag

Experten für Walter Kempowski sind Gerhard Weber, Dr. Katrin Möller-Funck und Prof. Dr. Lutz Hagestedt. Zusammen gestalten sie auch einen großen Teil des Programms.
Experten für Walter Kempowski sind Gerhard Weber, Dr. Katrin Möller-Funck und Prof. Dr. Lutz Hagestedt. Zusammen gestalten sie auch einen großen Teil des Programms.

Anlässlich des 90. Geburtstages von Kempowski veranstalten das Archiv und die Uni das zweite Internationale Symposium.

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26. April 2019, 06:00 Uhr

Rostock | Anlässlich des 90. Geburtstages von Walter Kempowski veranstalten das Kempowski Archiv Rostock. Ein bürgerliches Haus e.V. und die Universität Rostock von Freitag, 26., bis Sonntag, 28. April, in der Aula der Universität Rostock das zweite Internationale Walter-Kempowski-Symposium.

Unter dem Motto „Ich möchte Archiv werden“ widmen sich die Beiträge verschiedenen Aspekten seines Werkes unter anderem auch dem Fundus, aus dem Kempowski für seine Texte schöpfte. Bereits zum 80. Geburtstag Walter Kempowskis fand in Rostock eine internationale Kempowski-Tagung statt. Namhafte Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen ehrten den Rostocker Schriftsteller mit Vorträgen. Nicht nur die beiden großen Werkkomplexe „Deutsche Chronik“ und „Echolot“ wurden betrachtet. Die damalige Tagung lieferte Ansätze für die Bearbeitung wichtiger Desiderate in der Kempowski-Forschung. Nach zehn Jahren ist es nun Zeit für eine Bestandsaufnahme. Welche neuen Forschungstendenzen gibt es? Wie wird und wurde Kempowskis Werk in der Zwischenzeit betrachtet? Was ist aus den Projekten geworden, die er selbst nicht mehr realisieren (Ortslinien) oder zu Ende führen konnte (Plankton)? Selbstverständlich dient die Tagung nicht nur der Bestandsaufnahme, sondern auch der Würdigung des Werkes Walter Kempowskis.

Walter Kempowski in seinem Haus in Nartum bei Bremen (Archivfoto vom 14.04.1996). Der Schriftsteller Walter Kempowski starb 2007 im Alter von 78 Jahren in einem Krankenhaus in Rotenburg/Wümme bei Bremen.
A2942 Ingo Wagner
Walter Kempowski in seinem Haus in Nartum bei Bremen (Archivfoto vom 14.04.1996). Der Schriftsteller Walter Kempowski starb 2007 im Alter von 78 Jahren in einem Krankenhaus in Rotenburg/Wümme bei Bremen.


Programm

Freitag, 26. April, 10.00 Uhr, Aula der Universität: Begrüßung und Auftakt der Tagung, Roland Methling, Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Prof. Dr. med. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock

Einführung: Prof. Lutz Hagestedt, Direktor des Instituts für Germanistik

10.30 Uhr : Eröffnungsvortrag: Jan Philipp Reemtsma (Hamburg) „Alles umsonst?“ Indirekte Darstellungsweisen bei Walter Kempowski

11.30 Uhr : Volker Ladenthin (Bonn): „Sie“, Über eine zentrale Kategorie in Kempowskis Essayistik...und wohl auch in seiner Ästhetik

Sektion 1: Archive lügen nicht

13.00 Uhr : Maren Horn (Berlin): „Heilende Archivarbeit“, Eine Konstante zwischen Schreiben, Lesen und Lehren

13.45 Uhr : Anna-Marie Humbert (Berlin): „Zurechtrücken, Nachsteigen,Vor- und Zurückschieben“ - Walter Kempowskis Ortslinien

14.30 Uhr : Stephan Lesker (Rostock): Eine „Bibliothek der Namenlosen“, Die Veröffentlichungen aus Walter Kempowskis Biographienarchiv und ihre Bedeutung für sein Gesamtwerk

15.45 Uhr : Klaus Maiwald (Augsburg): „Erfahrungen, die an Dingen haften“, Die Archivierung von Walter Kempowskis Kriegsspielzeugsammlung in dem Film „Wer will unter die Soldaten“

16.30 Uhr : Nils Rottschäfer (Bielefeld): Erinnerung und Gedächtnis in geschlossenen Gesellschaften am Beispiel von Walter Kempowskis „Im Block“ (1969)

17.15 Uhr : Sophie Jurat (Rostock): „Schatten der Vergangenheit“ - Walter Kempowski findet einen Notizzettel

18.00 Uhr : Harald und Sharon Krebs (Victoria, Kanada): Kempowskis Musikarchiv

Samstag, 27. April 2019

Sektion 2: Macht – Archiv – Schreiben

9.00 Uhr : Georg Kastenbauer (München): Textentzug im O-Ton-Hörspiel. Zu Walter Kempowskis Hörspiel „Beethovens Fünfte“

9.45 Uhr : Torsten Voß (Wuppertal): Sammeln plus Erinnern = Schreiben? Walter Kempowskis Archivpoetiken im „Plankton“ und in der „Deutschen Chronik“

11.00 Uhr : Sabine Egger (Limerick, Irland): Mark und Bein. Eine Episode - Zur Störung von Debatten zu Flucht und Vertreibung als „geschichtspolitischem Wortmüll“

11.45 Uhr : Petra Ewald (Rostock): Namen und Namengebrauch in Walter Kempowskis Roman „Aus großer Zeit“

13.15 Uhr : Markus Schenzle (Heidelberg): Geschichtsschreibung auf schwankendem Boden, „Das Echolot“ im Licht postmoderner Geschichtstheorien

14.00 Uhr : Stefan Elit (Paderborn): Narrative Fluchten aus der Deutschen Chronik oder (Selbst-) Archivierung der 1980er Jahre? Kempowskis Autorimago Alexander Sowtschick in „Hundstage“ und „Letzte Grüße“

14.45 Uhr : Peter Kuhnert (Rostock): Schulen als Archive der Zukunft - Kempowski aus Sicht eines Schulpädagogen

15.30 Uhr :

Angebot 1: Stadtführung auf den Spuren der Familie Mann

Angebot 2: Stadtrundgang durch die historische Innenstadt

17.45 Uhr : Claudius Sittig-Krippner (Rostock): Erzählung als auditives Medium - Die Tonbandaufnahmen der Lebenserinnerungen Margarethe Kempowskis

19.30 Uhr : Die Rolle des Archivs für Autorschaft und Autorentechnik, Jenny Erpenbeck, Gregor Sander im Gespräch mit Marcel Lepper (Akademie der Künste) und Simone Neteler, Moderation: Dr. Katrin Möller-Funck, Leiterin Kempowski-Archiv-Rostock

Sonntag, 28. April 2019

Sektion 3: Archive des Politischen

8.30 Uhr: Hans Jörg Hennecke (Düsseldorf): Der Bundesrepublikaner - Walter Kempowski als politischer Intellektueller.

9.15 Uhr :Philipp Böttcher und Christian Hißnauer (Berlin): „Ich bin der Schnitt.“ - Kempowski und Fechner

10.00 Uhr : Carolin Krüger (Rostock): Das Sammelbilderalbum - Eine einflussreiche Textsorte des Alltags und der Propaganda im Nationalsozialismus

12.00 Uhr : Abschluss

Alle Veranstaltungen sind öffentlich und eintrittsfrei.

www.kempowski-archiv-rostock.de

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