Justiz : Doc Müller geht in den Ruhestand

Von seinen Kollegen und den Anwälten wird Hans-Jürgen Müller nur Doc Müller genannt. Nach 40 Jahren geht er in den Ruhestand. Foto: Landgericht Rostock
Von seinen Kollegen und den Anwälten wird Hans-Jürgen Müller nur Doc Müller genannt. Nach 40 Jahren geht er in den Ruhestand. Foto: Landgericht Rostock

40 Jahre prägte Hans-Jürgen Müller die Rechtsprechung mit, zuletzt am Landgericht Rostock - eine ereignisreiche Zeit.

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14. Dezember 2018, 16:25 Uhr

Rostock | Nach 40 Jahren richterlicher Tätigkeit verabschiedet sich der Vorsitzende Richter am Landgericht Rostock, Hans-Jürgen Müller, am Ende des Monats in den Ruhestand. Von Kollegen und Anwälten wird er nur respektvoll Doc Müller genannt. Er hat 22 Jahre eine Kammer für Handelssachen des Landgerichts Rostock geführt.

Ursprünglich stammt Hans-Jürgen Müller aus Zeitz. An der Karl-Marx-Universität in Leipzig absolvierte er sein Jurastudium mit Fachrichtung Wirtschaftsrecht. Seinen Dienst begann er 1979 als Vertragsrichterassistent am Bezirksvertragsgericht der DDR in Schwerin. Nach einjähriger Assistenzzeit erfolgte die Ernennung zum Vertragsrichter und schließlich am 1. November 1982 die Berufung zum jüngsten Vertragsoberrichter am Bezirksvertragsgericht in Rostock.

Die Vertragsgerichte der DDR hatten eine Sonderstellung, da sie kein Teil der Justiz, sondern der Wirtschaftsverwaltung waren und als solche dem Ministerrat unterstanden. Sie hatten ausschließlich über Konflikte zwischen sozialistischen Wirtschaftseinheiten zu entscheiden und waren weder in die Ausübung des Strafrechts noch in die politisch motivierten Eildienste eingebunden. Nach der politischen Wende 1989 bestanden die Gerichte der DDR zunächst übergangsweise fort und Hans-Jürgen Müller übernahm zum 1. Januar 1990 das Amt des Direktors des Vertragsbezirksgerichts Rostock.

Mit der Gerichtsreform 1990 wurde die ostdeutsche Handelsgerichtsbarkeit nach bundesdeutschem Vorbild in die ordentliche Gerichtsbarkeit überführt. Müller musste sich in dem für ihn neuen System als Richter auf Probe bewähren. Er scheute die Herausforderung des für ihn neuen Rechtssystems nicht und wurde Mitglied des 1. Senats des neu gegründeten Oberlandesgerichts Rostock. 1994 als Richter auf Lebenszeit ernannt folgte seine Abordnung an das Justizministerium für zwei Jahre, wo er mit Aufgaben der Gesetzgebung betraut war. Schließlich wurde er nach kommissarischer Führung einer Kammer für Handelssachen am Landgericht Rostock im Jahr 2000 zum Vorsitzenden Richter ernannt. In dieser Funktion und Kammer war er bis zuletzt tätig. Seine kompetente und kommunikative Art hätten ihm stets Respekt und Anerkennung bei den Parteien und Rechtsanwälten verschafft, so die Kollegen.

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