Bad Doberan : Auftakt für Ehrenamtsmessen

Vertreten die Interessen und Belange der Senioren in Rostock: Christel Kösling, Irmtraud Thomsen, Rita Bohk, Erica Drecoll und Monika Schmidt. Für ihr Engagement im Seniorenbeirat und in zahlreichen Gremien bekam Rita Bohk das Ehrenamts-Diplom.
Vertreten die Interessen und Belange der Senioren in Rostock: Christel Kösling, Irmtraud Thomsen, Rita Bohk, Erica Drecoll und Monika Schmidt. Für ihr Engagement im Seniorenbeirat und in zahlreichen Gremien bekam Rita Bohk das Ehrenamts-Diplom.

Ehrenamt im Blickfeld der Öffentlichkeit: In Bad Doberan fiel am Sonnabend der Startschuss für die Ehrenamtsmessen.

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24. Februar 2019, 12:37 Uhr

Bad Doberan | Handstände, Radschläge und Auftritte mit Witz und Gesellschaftskritik. Die bunte Show des Rostocker Karnevalsclubs eröffnete am Sonnabend die Ehrenamtsmessen im Friderico-Francisceum-Gymnasium in Bad Doberan. Die Gäste drängten sich dicht an dicht, um die Akrobatik der Jecken genießen zu können. Mehr als 20 Vereine, Verbände und Initiativen aus der Region waren gekommen, um sich und ihre Arbeit vorzustellen, sich unter anderen Ehrenamtlern auszutauschen und für neue Mitglieder zu werben.

Zur Auftaktmesse lobte Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) die ehrenamtlichen Mitarbeiter. "Bürgerschaftliches Engagement hat in unserem Land in den zurückliegenden Jahren einen erheblichen Aufschwung erfahren. Wir sind mittlerweile unter den ostdeutschen Ländern an der Spitze", so die Sozialministerin. Die Engagementquote im Land habe sich zwischen 1999 und 2014 von etwa 29 auf knapp 42 Prozent erhöht und der Trend gehe weiter nach oben. Ein wichtiger strategischer Schritt in der Politik sei die 2015 durch das Land gegründete Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement, die neben Projektförderungen auch Weiterbildungsmöglichkeiten eröffne.
 

Bekamen das Ehrenamt-Diplom von Sozialministerin Stefanie Drese (r.) und DRK-Landesverband-Präsident Werner Kuhn (3.v.r.): Pauline Walter, Frank und Ramona Käther und Rita Bohk (v.l.n.r.).
Lennart Stahlberg
Bekamen das Ehrenamt-Diplom von Sozialministerin Stefanie Drese (r.) und DRK-Landesverband-Präsident Werner Kuhn (3.v.r.): Pauline Walter, Frank und Ramona Käther und Rita Bohk (v.l.n.r.).

Eine weitere Option zur Würdigung der freiwilligen Leistungen sind ebenso die Ehrenamts-Diplome. Eines dieser Diplome bekam die Rostockerin Rita Bohk. Die 74-jährige Rentnerin ist jeden Tag für den Rostocker Seniorenbeirat tätig, sitzt in Ausschüssen und betreut darüber hinaus auch noch ältere Bürger im betreuten Wohnen. "Wir setzen uns dafür ein, dass Senioren in Würde leben können und wollen sie auch aus der Einsamkeit holen. Mich selbst hält das Ehrenamt gesund und es macht Spaß", sagte Rita Bohk. Aber ohne ihren Kalender hätte sie schon längst den Überblick über ihre vielen Termine verloren.

Ramona und Frank Käther, beide 54 und aus Rabenhorst bei Bad Doberan, engagieren sich schon seit der Eröffnung vor drei Jahren für die Tafel Bad Doberan. "Wir sind fünf Tage die Woche unterwegs, sammeln Lebensmittel im ganzen Landkreis ein oder sind in der Organisation tätig", erklärte Ramona Käther. 150 Kunden würden pro Ausgabe in Bad Doberan auf die Lebensmittel warten. Auch sie bekamen ein Ehrenamts-Diplom.

Interesse von der Jugend ist da

"Die Ehrenamtmessen sind ein hervorragender Anlass, um zu informieren und Interesse fürs freiwillige Arbeiten zu wecken", sagte Sebastian Constien. Der Landrat für den Landkreis Rostock betonte, dass auch in der Jugend viel Interesse da sei. "Immer mehr Jugendliche wollen sich in Vereinen engagieren und mitmachen. Nur wenn es um tragende Verantwortung geht, scheuen sich noch einige."

Wer Sandsäcke befüllen kann, kann schon ein ungebundener Helfer im Team MV werden: Shadi Ibrahim Hasan, Jens Herzog und Werner Kuhn (v.l.n.r.) stellten die landesweite Initiative des DRK vor.
Lennart Stahlberg
Wer Sandsäcke befüllen kann, kann schon ein ungebundener Helfer im Team MV werden: Shadi Ibrahim Hasan, Jens Herzog und Werner Kuhn (v.l.n.r.) stellten die landesweite Initiative des DRK vor.

Diese Entwicklung kann auch der Präsident des DRK Landesverbandes bestätigen. "Wir sind in der Wertevermittlung gefragt", so Werner Kuhn. Aber ebenso brauche es auch flexibleres Engagement. Mit einer neuen Initiative des DRK, dem "Team MV", können freiwillige Helfer in der Nähe bei Bedarf per SMS alarmiert werden. Ab 18 Jahren kann sich jeder registrieren. Wer allerdings mal verhindert ist, muss keine Konsequenzen fürchten. "Das Ganze ist ungebunden. Wer helfen möchte, bestätigt einfach, kommt freiwillig zum Einsatzort und ist auch gleichzeitig versichert." In ganz Mecklenburg-Vorpommern gebe es schon rund 700 dieser ungebundenen Helfer, die bei Bedarf angefragt werden können, so Werner Kuhn.

Wer sich ebenso über ehrenamtliche Tätigkeiten informieren möchte, kann dies auf weiteren Regionalmessen bis Ende März in Wismar, Ludwigslust, Demmin, Pasewalk und Stralsund tun.

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