Hauptbahnhof Rostock : "Spanischer Student" gerät in Polizeikontrolle

Der Argentinier flog bei einer Polizeikontrolle am Hauptbahnhof auf.
Der Argentinier flog bei einer Polizeikontrolle am Hauptbahnhof auf.

Südamerikanischer Lebenskünstler geht mit gefälschten Papieren auf Reisen.

von
03. April 2019, 10:24 Uhr

Rostock | Als Spanier getarnt hat ein Argentinier am Dienstag versucht, sich durch eine Kontrolle der Bundespolizei am Hauptbahnhof zu mogeln. Der Mann saß in einem Fernbus und legte den Beamten eine spanische Identitätskarte vor - bei der das Foto ihm nicht annähernd ähnelte. Nach einer Überprüfung im Schengener Fahndungssystem stand fest, dass die ID-Karte von den spanischen Behörden wegen Diebstahls ausgeschrieben war. Zu den Personendaten auf der ID-Karte konnte der junge Mann auch kaum Angaben machen. Außerdem fanden die Polizisten einen offensichtlich gefälschten spanischen Führerschein. Sie nahmen ihn mit auf die Wache.

Hier erzählte er den Beamten zunächst eine unglaubwürdige Geschichte. Er gab an, seit zirka zwei Jahren in Spanien zu leben und dort Lehramt zu studieren, konnte aber weder Adresse der Universität noch Namen von Lehrkräften sowie Kommilitonen nennen. Dokumente habe er nicht, da er sie verloren habe. Derzeit reise er zu seiner Unterhaltung umher.

Das nahmen die Beamten ihm nicht ab. Erst jetzt kam er mit der Wahrheit heraus: Eigentlich ist er Argentinier, hat sein Land aber aufgrund persönlicher Probleme verlassen und den spanischen Ausweis für 100 Euro erworben. In Spanien wollte er sein Leben neu regeln, verdiente sich dort seinen Lebensunterhalt als Straßenverkäufer für Modeschmuck, Kinderspielzeug und ähnliches.

Die europäische Rundreise wollte er zusammen mit einem chilenischen Kumpel machen, mit dem er zusammen als Straßenverkäufer tätig war. Auch dieser war den Beamten der Bundespolizei aufgefallen, da dieser lediglich einen abgelaufenen chilenischen Reisepass vorlegen konnte und keinen gültigen Aufenthaltstitel für das Schengen-Gebiet besaß.

Nun dürfte die Reise vorerst beendet sein und die beiden Männer müssen sich einen Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz und der Argentinier zusätzlich wegen Ausweismissbrauchs stellen.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen