Gelbensande : Ausstellung erzählt Geschichte(n) des Jagdschlosses

Mehr als 130 Jahre steht das Jagdschloss Gelbensande in der Rostocker Heide. Eine Ausstellung erzählt seine Geschichte.
Mehr als 130 Jahre steht das Jagdschloss Gelbensande in der Rostocker Heide. Eine Ausstellung erzählt seine Geschichte.

Jagdschloss Gelbensande erinnert an Großherzog Friedrich Franz III. Vor 140 Jahren heirate er Anastasia von Russland.

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20. Februar 2019, 08:00 Uhr

Gelbensande | Wer sich dem imposanten Jagdschloss Gelbensande in der Rostocker Heide zum ersten Mal nähert, wird sicher stehen bleiben, um das Gebäude aus rotem und gelbem Sandstein, mit Giebeln, Rundbögen, Erkern und schmiedeeisernen Geländern verziert, zu betrachten. Aber die ganze Schönheit erschließt sich erst, nachdem der Besucher einen Rundgang um das Haus gemacht und die Repräsentationsetage, das heutige Museum, mit seinen zwölf restaurierten und originalgetreu eingerichteten Räumen besucht hat. Hofbaurat Gotthilf Ludwig Möckel erhielt 1884 von Friedrich Franz III., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, den Auftrag, ein Jagdhaus im englischen Landhausstil (Cottage) zu projektieren. Es diente bis zum 14. November 1918 der großherzoglichen Familie als Sommerresidenz. 21 Jahre zuvor war Friedrich Franz III. als 46-Jähriger verstorben und sein Sohn, der damals 15-jährige Thronerbe Friedrich Franz IV. übernahm die Regierungsgeschäfte – allerdings vorerst unter Vormundschaft seines Onkels Herzog Johann Albrecht.

Nun sind 140 Jahre vergangen, seit sich Friedrich Franz III. und Anastasia Michailowna Romanowa, Enkelin von Zar Nikolaus I. und einzige Tochter des Großfürsten von Russland, im Winterpalais von St. Petersburg das Ja-Wort gaben und damit zur Spitze des europäischen Hochadels aufstiegen. Dieses Jubiläum war Anlass für die Museumsleitung des Jagdschlosses, in einer Sonderausstellung sowohl die Kindheit und Junggesellenzeit des Großfürsten als auch das Familienleben mit Anastasia und den drei Kindern zu beleuchten, die einen Großteil ihrer Kindheit in Gelbensande verbracht haben. Jeden Monat soll es einen speziellen Ausstellungs-Höhepunkt geben. So berichtete am vergangenen Montag die Kuratorin über Wissenswertes und Anekdotisches zum Thema „Aus dem Junggesellentum in das Familienleben“. Friedrich Franz III. litt unter einer schwachen gesundheitlichen Konstitution, denn er hatte zeitlebens mit Bronchialasthma und einer Herzschwäche zu kämpfen. Deshalb machte er als Kind und junger Mann gemeinsam mit seinem Lehrer und Vertrauten Carl Schröder lange Reisen in wärmere Länder, um seine Atembeschwerden zu lindern. Er besuchte Südfrankreich, Italien, den Vorderen Orient und Konstantinopel. Später bereiste er mit Frau und Kindern Indien und genoss die Gastfreundschaft des britischen Vizekönigs in Kalkutta. Dazwischen lagen immer wieder wochenlange Bettlägerigkeit und anschließende Kuraufenthalte fern der Mecklenburger Heimat. So kümmerte sich vor allem Anastasia um das Jagdschloss und schuf mit Hilfe ihres russischen Vaters ein Refugium, wo nicht nur die Familie sich wohl fühlte, sondern auch Gäste aus dem In- und Ausland gerne gesehen waren. Besonders der russische Großfürst mit seinen Söhnen kam jährlich zur Brunftzeit des Rotwildes nach Gelbensande – bis der Erste Weltkrieg alles änderte.

Die Ausstellung hat noch bis zum 31. August geöffnet.

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