Katastrophenschutz : Rostock kehrt zu Alarmsirenen zurück

Rostock will zur klassischen Alarmsirene zurückkehren.
Rostock will zur klassischen Alarmsirene zurückkehren.

Bis zum Ende des Kalten Krieges gehörten Alarmsirenen zum Stadtbild. Jetzt sollen die abgebauten Geräte zurückkehren.

svz.de von
06. November 2018, 05:00 Uhr

Rostock | Alarmsirenen für den Katastrophenfall galten nach dem Ende des Kalten Krieges als Auslaufmodell. Jetzt kehren sie zurück. Insgesamt 14 Stück will Rostock anschaffen und im Stadtgebiet verteilen. "Inzwischen sehen wir uns neuen Gefährdungen ausgesetzt, wie zum Beispiel häufigen extremen Wetterlagen, schweren technischen Störfällen oder Terrorangriffen", sagt Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Klassische Medien und Mobilfunk könnten nur einen Teil der Bevölkerung erreichen. "Wir folgen daher der Empfehlung der Landesregierung, neue Sirenen zu installieren - sie geben uns künftig die Möglichkeit, alle Bürger unserer Stadt auch bei Stromausfall oder nachts vor einer drohenden Gefahr zu warnen", so der Senator.

In die Installation investieren Hansestadt und Land insgesamt 250.000 Euro, wovon 95.000 Euro von Schwerin gefördert werden. Geplant ist, sie innerhalb des nächsten Jahres in Betrieb zu nehmen. Allerdings müssen vor der Montage noch Schallschutzgutachten für die 14 vorgesehenen Standorte angefertigt werden. Bis dahin verrät Müller-von Wrycz Rekowski nur, dass diese Standorte sich überwiegend im Eigentum der Hansestadt oder ihres kommunalen Wohnungsunternehmens Wiro befinden. Seinen Angaben zufolge decken sie rund 95 Prozent aller Rostocker Einwohner ab, umgerechnet etwa 196.800. Nur in einigen Randgebieten wie der Rostocker Heide, in der Gartenstadt, in Gehlsdorf und in Rostock-Ost müsse das Warnsystem noch erweitert werden. Dort sei eine zusätzliche Ausbaustufe vorgesehen.

Einwohner im erfassten Radius müssen sich künftig auf zwei Probealarmierungen im Jahr einstellen. Diese sollen aber jeweils vorher angekündigt werden, um eine unnötige Panik zu verhindern. Die laufende Wartung und technische Funktionstests würden stumm erfolgen, erklärt Müller-von Wrycz Rekowski. Er verweist auf das Landeskatastrophenschutzgesetz, nach dem die Warnung der Zivilbevölkerung eine Pflichtaufgabe ist. Neben den Sirenen sollen in Rostock auch Smartphone-Apps und Co. das System ergänzen. Diese hätten allerdings den schwerwiegenden Nachteil, dass sie auf eine funktionierende Stromversorgung angewiesen seien und auch schlafenden Einwohner nicht erreichen könnten. Die Sirenen hingegen seien über eine einwöchige Batterieversorgung gegen den Ausfall des Stromnetzes abgesichert.

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