Erfindung aus Rostock : Neues Gerät misst Blutwerte ohne Nadelstich

Das neue Gerät haben Professor Hartmut Ewald (l.) und Dr. Ulrich Timm (M.) von der Universität Rostock mit Bernd Lindner von der Selmsdorfer Firma Bluepoint Medical entwickelt. Es misst den Sauerstoffgehalt im Blut der OP-Patienten – ganz ohne Nadelstiche.
Das neue Gerät haben Professor Hartmut Ewald (l.) und Dr. Ulrich Timm (M.) von der Universität Rostock mit Bernd Lindner von der Selmsdorfer Firma Bluepoint Medical entwickelt. Es misst den Sauerstoffgehalt im Blut der OP-Patienten – ganz ohne Nadelstiche.

Forscher der Uni Rostock haben mit der Firma Bluepoint Medical ein Gerät erdacht, das Blutwerte ohne Nadelstiche misst.

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06. Februar 2019, 12:29 Uhr

Rostock | Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Technische Elektronik und Sensorik der Universität Rostock haben mit der Selmsdorfer Firma Blueprint Medical ein neues Gerät entwickelt, das die Sauerstoffsättigung im Gehirn misst. Es funktioniert ganz ohne Nadelstiche und Blutentnahme. Eine Neuheit für den Weltmarkt.

Helfen soll das nur etwa 400 Gramm leichte Gerät Patienten, die bei einer großen Operation an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. „Dabei besteht die Gefahr, dass das Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommt“, erklärt Bernd Lindner, Geschäftsführer von Bluepoint Medical. Mit dem Gerät kann der Sauerstoffgehalt im Gehirn kontinuierlich kontrolliert werden. „Auf diese Weise kann das Risiko von Hirnschäden nach Operationen mit Herz-Lungen-Maschinen signifikant vermindert werden“, so Lindner.

Seit 2009 arbeiten die Selmsdorfer Medizintechniker mit Uni-Professor Hartmut Ewald und seinem Assistenten Ulrich Timm zusammen. Sie haben auch die neue Technologieplattform „Smartsat“ entwickelt. Darüber können sie Funktionsmuster bauen, mit dem die zerebrale Sauerstoffsättigung im Gehirn bestimmt werden kann. Bis jetzt beherrschen amerikanische Firmen den Weltmarkt der Medizintechnik. Bluepoint ist die einzige Firma in Europa, die mit der Universität Rostock solch ein Know-How entwickelt hat. „Es ist weltweit das erste mobile System für die klinische Notfallversorgung“, sagt Dr. Timm. Nutznießer sind insbesondere Unfallpatienten oder Menschen nach schweren Operationen, für die eine Überwachung außerhalb des OP-Saals möglich wird.

Markteinführung Mitte 2020 geplant

Im März findet in Kalifornien die abschließende klinische Prüfung statt. „Unsere Forscher sehen bei dieser technischen Entwicklung sehr konkret, dass ihre Arbeit in ein neues Produkt mündet“, unterstreicht Prof. Ewald. Das sei in der Grundlagenforschung eher selten der Fall. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) kommentiert: „Mit dem Vorhaben wird das Wissen und Können der Universität Rostock und der Mecklenburger Medizintechnikfirma erfolgreich zusammengeführt. Gerade auf dem Gebiet der Medizintechnik werden innovative Lösungen gebraucht, die die Gesundheitswirtschaft bei uns im Land weiter voranbringen." Entscheidend sei am Ende die erfolgreiche Markteinführung. Die ist für das zweite Quartal 2020 geplant. Mit einer erfolgreichen Produktion würden viele Arbeitsplätze im Land entstehen, so Glawe.

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