Einsätze durch Gewitter : Brände fordern Kräfte der Feuerwehren im Landkreis

Die Gewitterfront, die am Mittwochabend über den Landkreis Rostock zog, hat diesen voll erwischt.
Die Gewitterfront, die am Mittwochabend über den Landkreis Rostock zog, hat diesen voll erwischt.

Gewitterfront zieht über den Landkreis hinweg. Im Bereich Amt Warnow-West entfachen Blitzeinschläge in drei Orten Feuer.

svz.de von
13. Juni 2019, 13:46 Uhr

Kritzmow | Solch eine Situation, wie sie am Mittwochabend eingetroffen ist, hat Alexander Stuth in all den Jahren, in denen er bei der Freiwilligen Feuerwehr Kritzmow aktiv ist, noch nicht erlebt. Innerhalb nur weniger Minuten wurden in Sildemow, Klein Schwaß und Lichtenhagen-Dorf Brände gemeldet. Ausgelöst durch Blitzeinschläge. Die Gewitterfront, die an dem Abend über den Landkreis Rostock hinweg gezogen ist, hat diesen voll getroffen und die Einsatzkräfte gefordert. Zwischen 18 und 21.45 Uhr zählte die Leitstelle Mitte des Landkreises 31 Einsätze, teilt Kreissprecher Michael Fengler mit. Im gesamten Kreisgebiet waren Wehren im Einsatz.

Äußerst seltene Situation: Drei Brände in einem Amtsgebiet

"Wir wurden gegen 19.19 Uhr alarmiert und waren mit unseren Kräften in Sildemow gebunden", erklärt Stuth zum Einsatz in der Gemeinde Papendorf. Daher konnten er und seine anderen elf Kameraden auch nicht mit eingreifen, als es quasi direkt vor der heimischen Tür, in Klein Schwaß, brannte. "Die drei Brände waren alle im Bereich des Amtes Warnow-West. Das ist eine Situation, die äußerst selten ist", sagt Stuth, der sich auch auf den Einsatz in Lichtenhagen-Dorf bezieht.

Die besondere Herausforderung, mit der sich die Einsatzleitung des Kreises bei den drei Einsätzen im Amtsgebiet konfrontiert sah: "Es handelte sich bei allen drei Einsätzen um Dachstuhlbrände und dafür brauchen wir Drehleitern", erklärt der Feuerwehrmann. Allerdings besitze nicht jede Wehr eine, da sie mit Kosten von rund einer halben Million sehr teuer in der Anschaffung seien. In der näheren Umgebung würden laut Stuth nur die Feuerwehren Bentwisch, Kühlungsborn und Bad Doberan solch eine Leiter besitzen, weswegen die Bentwischer Kameraden beim Einsatz in Sildemow helfen mussten, die Kühlungsborner in Lichtenhagen-Dorf und die Bad Doberaner neben den Wehren Admannshagen-Bargeshagen, Parkentin, Lambrechtshagen und Stäbelow in Klein Schwaß. Für letztere ging es laut Stuth, der das Einsatzgeschehen über Funk verfolgen konnte, danach gleich weiter nach Lichtenhagen-Dorf.

Um 14 Uhr hätten wir ein großes Problem gehabt. Alexander Stuth, Freiwillige Feuerwehr Kritzmow

"Als wir auf dem Heimweg waren, hat in Kritzmow der Blitz in ein Haus eingeschlagen. Aber zum Glück ist nichts passiert", so Stuth. Lediglich die Steckdosen hätten Schaden genommen. Der erfahrene Feuerwehrmann ist froh, dass das Gewitter abends über den Landkreis hinweg gezogen ist. "Um 14 Uhr hätten wir ein großes Problem gehabt." Wäre das der Fall gewesen, so schätzt Stuth, wäre nur etwa ein Drittel der Kameraden im Einsatz gewesen. Zahlreiche Wehren kämpfen mit dem Problem zu weniger Mitglieder. In Kritzmow mussten die Kameraden deswegen schon das traditionelle Osterfeuer absagen, weil sie dessen Betreuung nicht sicherstellen konnten. "Das hat einige wachgerüttelt. Wir haben jetzt drei neue Kollegen", so der Kritzmower.

Mit den Einsätzen am Mittwoch hätte es deswegen so gut geklappt, weil sich abends auch nach und nach noch weitere Kräfte einsatzbereit gemeldet hätten. Diese wurden dann von der Leitstelle koordiniert, die mit sechs Mitarbeitern besetzt war, um das hohe Notrufaufkommen zu bewältigen.

Neben den drei Dachstuhlbränden wurde eine Gartenlaube nach einem Blitzschlag in Kuchelmiß zerstört, abgerissene Äste und umgestürzte Bäume mussten weggeräumt werden und vollgelaufene Keller leergepumpt werden. In Waldeck beispielsweise musste die Feuerwehr einen Baum beseitigen, der die Zufahrt zum Gefängnis blockierte.

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