Auszeichnung : Rostocker erhalten Verdienstorden der Bundesrepublik

Für seine Verdienste um die Kinder- und Jugendarbeit auf der 'Likedeeler' hat Wolfdietrich Barmwoldt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.
Für seine Verdienste um die Kinder- und Jugendarbeit auf der "Likedeeler" hat Wolfdietrich Barmwoldt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

„Likedeeler“-Chef und Wissenschaftler werden für herausragende Leistungen im Dienst der Gemeinschaft geehrt.

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18. November 2018, 11:56 Uhr

Schwerin/Rostock | Wolfdietrich Barmwoldt von der „Likedeeler“ und der Warnemünder Wissenschaftler Prof. Klaus Schmitz sind als zwei von neun Bürgern mit Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt worden. „Mit dieser hohen Auszeichnung ehren wir Menschen, die etwas ganz Besonderes, etwas Herausragendes geleistet haben, die sich mit viel Idealismus und Einsatzbereitschaft einer Aufgabe widmen, die der Gemeinschaft, die uns allen zugutekommt“, so Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei der Verleihung am Donnerstag im Schweriner Schloss.

Barmwoldt erhielt die Auszeichnung für seinen unermüdlichen Einsatz im Bereich der maritimen Kinder- und Jugendarbeit. Der 1941 geborene Rostocker begann seine berufliche Laufbahn auf dem Pionierschiff „Vorwärts“, nachdem er seine Ausbildung zum technischen Offizier an der Berufsakademie des Fischkombinates Rostock abgeschlossen hatte. Über 30 Jahre war er im Ostseeeinsatz tätig und hat zahlreiche Jugendliche aus der DDR zum Austausch nach Polen und in die Sowjetunion gebracht. Als das Pionierschiff Ende der 80er-Jahre ersetzt werden sollte, leitete Barmwoldt den Umbau eines ehemaligen Frachtschiffes der Deutschen Seereederei (DSR), das seit Anfang der 1990er-Jahre als MS „Likedeeler“ in Schmarl fest vor Anker liegt.

Das Kinder- und Jugendschiff 'Likedeeler' liegt in Schmarl vor Anker. Foto: Nicole Pätzold-Glaß
Nicole Pätzold-Glaß
Das Kinder- und Jugendschiff "Likedeeler" liegt in Schmarl vor Anker. Foto: Nicole Pätzold-Glaß

Mit der Neuorganisation der maritimen Jugendarbeit wurde 1991 der Förderverein Jugendschiff „Likedeeler“ gegründet, der ab 1993 den Betrieb übernahm und dessen Geschäftsführer Barmwoldt wurde. „Herr Barmwoldt hat die Jugendarbeit an Bord der ,Likedeeler' und die des Vereins nachhaltig geprägt, als Geschäftsführer und seit 2007 als ehrenamtlicher Vorsitzender. Unzähligen Kindern und Jugendlichen hat er seemännisches Handwerk, Zusammenarbeit in der Gruppe und friedliche Konfliktbewältigung beigebracht und in guter Zusammenarbeit mit der Hansestadt Rostock und der Crew ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche entwickelt“, so Schwesig. Das Schullandheim an Bord ist das einzige schwimmende in ganz Deutschland. Auch in der Jugendarbeit in der Hansestadt Rostock insgesamt sei er eine feste Größe. „Er ist ständiger Gesprächspartner für Schulen, öffentliche Träger und den Ortsbeirat Rostock-Schmarl“, sagte Schwesig.

Prof. Klaus Schmitz erhielt die Auszeichnung vor allem in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen, aber auch für seine maßgebliche Rolle bei der Gründung des Medizintechnikunternehmens Cortronik in Warnemünde. Die heutige exzellente Stellung der Wissenschaftsregion Mecklenburg-Vorpommern in den Bereichen Implantattechnologien und Biomaterialien sei ohne sein Wirken undenkbar, betonte die Ministerpräsidentin. 1992 trat Schmitz, Jahrgang 1946, die Professur für Biomedizinische Technik an der Universität Rostock an und wurde drei Jahre später Direktor des neu gegründeten Instituts für Biomedizinische Technik. 1996 gründete er das gemeinnützige Institut für Implantattechnologie und Biomaterialien als Kompetenzzentrum für Medizintechnik des Landes und Projektpartner der Wirtschaft. 1998 gelang Schmitz die Cortronik-Ansiedlung in Warnemünde.

Prof. Schmitz nutzte die Chancen zum Aufbau von gesamtdeutschen Forschungsnetzwerken, die herausragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Implantattechnologie hervorgebracht haben. Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin

„Prof. Schmitz nutzte die Chancen zum Aufbau von gesamtdeutschen Forschungsnetzwerken, die herausragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Implantattechnologie hervorgebracht haben“, so Schwesig. Als Beispiel nannte die Regierungschefin das Projekt Remedis – Höhere Lebensqualität durch neuartige Mikroimplantate im Förderprogramm Spitzenforschung und Innovation in den neuen Ländern. Ergebnis waren 25 nationale und internationale Patentanmeldungen, 28 Promotionen und fünf Habilitationen. Auch am Verbundvorhaben Response sei Schmitz „als Architekt“ maßgeblich beteiligt gewesen. Bis 2019 fließen 45 Millionen Euro Forschungsmittel aus dem Bundesministerium für die Biomaterial- und Implantatforschung für die klinische Anwendung. Es sei das größte Förderprojekt des Landes.

Schmitz habe sich über viele Jahre außerordentlich in der Selbstverwaltung der Medizinischen Fakultät und der Universität Rostock eingebracht, ist von 2006 bis 2015 Prodekan für Haushalt, Planung und Struktur der Universitätsmedizin Rostock gewesen. „Er war unter anderem langjähriges Mitglied des Fakultätsrates der Medizinischen Fakultät sowie des Konzils und des Senates der Universität Rostock. Seine individuellen wissenschaftlichen Beiträge finden sich in etwa 500 Veröffentlichungen und 100 Patentanmeldungen auf seinen Lehr- und Forschungsgebieten wieder", lobte Schwesig.

Zu den weiteren geehrten Bürgern zählen Dr. Reinhard Dettmann, langjähriger Bürgermeister von Teterow und Vorsitzender des Städte- und Gemeindetages Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Jürgen Güntherschulze aus Lelkendorf im Landkreis Rostock, der sich dem Erhalt alter und vom Aussterben bedrohter Haustierrassen widmet und Sabine Druckrey aus Marlow im Landkreis Vorpommern-Rügen, die sich seit 1990 im Verein Ferien für Kinder von Tschernobyl engagiert. Außerdem wurden Karin Lechner aus Wismar für ihr Engagement als langjähriges Betriebsratsmitglied bei der Deutschen Bahn AG, in der Kommunalpolitik und als Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt, Dagmar Riske aus Hinrichshagen im Landkreis Vorpommern-Greifswald für ihre langjährige Leitung der Kinderkrebsstation im Greifswalder Klinikum, Naturschützerin Dr. Erna Schreiber aus Blowatz im Landkreis Nordwestmecklenburg, und der 1. Landesvorsitzende des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Helmhold Seidlein aus Greifswald, ausgezeichnet.

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