Nähkurse : Gemeinsam nähen soll Rostocker zusammenbringen

Hat schon Stoffe, Nähmaschinen und Schnittmuster für die Nähkurse bereit: Bentje Lehmann.
Hat schon Stoffe, Nähmaschinen und Schnittmuster für die Nähkurse bereit: Bentje Lehmann.

Ab 8. Mai startet Bentje Lehmann mit dem Verein Kreativsaison Nähkurse in Lütten Klein, Toitenwinkel und Stadtmitte.

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16. April 2019, 11:00 Uhr

Rostock | Sechs volle Kisten stehen in Bentje Lehmanns Atelier schon bereit - gefüllt mit Jersey, Sweat und Webware, in maritimen Mustern, sehr bunt und verspielt. Auch fünf Nähmaschinen hat sie besorgt. Der gelbe Transporter wartet im Warnow Valley. Ab 8.Mai startet Bentje Lehmann mit dem Verein Kreativsaison drei mobile Nähwerkstätten in Rostock: In Lütten Klein, Toitenwinkel und Stadtmitte. Gefördert wird das Projekt "Näh-e-Werkstatt" über zwei Jahre von der Aktion Mensch mit 47.000 Euro.

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Inklusion mittels gemeinsamer Nähtreffs, das ist das Motto. "Über die kreative Schiene kommen die Menschen mehr raus", erklärt die Modedesignerin. Zudem stärke es das Selbstbewusstsein, etwas selbst zu erschaffen. An drei Tagen in der Woche bietet Bentje Lehmann an drei Standorten offene Nähkurse an. Ganz ohne Anmeldung. Dort zeigt sie den Teilnehmern einfache Schnitte und Handgriffe, langfristig sollen sich die Teilnehmer gegenseitig anleiten.


Jeder ist beim Nähen willkommen

"Ich fahre hin mit Stoffen und Nähmaschinen", sagt die 29-Jährige, auch Schnittmuster hat sie im Gepäck. Gegen eine Spende kann jeder alles nutzen. Angesprochen werden verschiedene Zielgruppen: Berufstätige sowie Senioren, Behinderte und Menschen aller sozialer Schichten. Auch Kinder sind willkommen: Zum Mitnähen oder zum Spielen in den Spielecken. "Die Hauptzielgruppe sind Mütter", sagt Bentje Lehmann.

In ihrem eigenen Atelier für Bentje-Design schneidert Bentje Lehmann nicht nur, sie sammelt auch Ideen für die Nähkurse.
Katharina Golze
In ihrem eigenen Atelier für Bentje-Design schneidert Bentje Lehmann nicht nur, sie sammelt auch Ideen für die Nähkurse.

"Der Bedarf an Kinderbekleidung ist groß und es ist ein gutes Anfängerprodukt." Die Modedesignerin legt dabei großen Wert auf Nachhaltigkeit: Verwendet Baumwolle statt Synthetik, zeigt leichte Reparaturarbeiten, etwa wie das Bündchen verlängert werden kann und näht mit den Teilnehmern Mitwachskleidung. Das sind Hosen und Oberteile, die den Kindern drei Größen lang passen.


Nähen, Stoffe bedrucken und gestalten

Menschen mit Behinderung möchte sie zudem helfen, "eigene Kleidung auf Proportionen zu nähen", erklärt Bentje Lehmann. Aus anderen Nähkursen weiß sie etwa, dass T-Shirts bei Rollstuhlfahrern hinten nicht zu kurz sein dürfen. Die Nähkurse sind barrierefrei angelegt. Die Nähmaschinen vor Ort lassen sich nicht nur mit dem Fußpedal, sondern auch mit dem Finger bedienen. Zudem soll nicht nur genäht werden, sondern auch Stoffe bedruckt oder grafisch gestaltet werden, erklärt Bentje Lehmann.

Lehmanns Gefährt sucht noch einen Sponsor. Hier soll ein mobiler Verkaufsladen entstehen.
Katharina Golze
Lehmanns Gefährt sucht noch einen Sponsor. Hier soll ein mobiler Verkaufsladen entstehen.

Ein paar Stoffe bekam sie bereits gespendet, andere kauft sie noch in Berlin ein. "Was wir noch brauchen, ist Nähzubehör", sagt sie. Zudem sucht sie einen Sponsor für den Postbus. Dieser soll andersfarbig werden. "Irgendwann soll er so umgebaut werden, dass wir ihn als mobile Ladenfläche nutzen können", erklärt Lehmann. Denn ihr Traum ist es, einen kleinen Markt mit den Teilnehmern zu organisieren, aber sie weiß auch: "Die Gemeinschaft muss erst mal wachsen."


Soziales Standbein der Kreativsaison

Dass das Projekt über den Verein Kreativsaison läuft, sagt Bentje Lehmann erfreut. "Kreativsaison ist eine Schnittstelle zwischen Kreativen, Wirtschaft und Politik", sagt sie. Nun komme noch der soziale Aspekt hinzu. Im Warnow Valley arbeiten mehr als 50 Kreative nebeneinander. Im "Ideenhafen" können sie etwa neue Ideen der Wirtschaft vorstellen. Dort wollte auch Bentje Lehmann ihr Näh-Projekt vorstellen, doch dann kam die Zusage von Aktion Mensch.

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