3000 Teilnehmer erwartet : Heute wird in der Rostocker KTV demonstriert

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Insgesamt vier Aufzüge mit 3000 Teilnehmern sind bei der Stadt Rostock angemeldet.

svz.de von
12. Dezember 2018, 05:00 Uhr

Rostock | An der Kirche wird gerade das Transparent gerichtet "Unser Kreuz hat keine Haken". Direkt über dem Eingang weist es auf die Haltung der Kirche zur nahenden AfD-Demonstration hin. Im Barnstorfer Weg sind einige kleine Läden geschlossen. "Was soll das denn", beschwert sich ein älterer Herr, mit seiner Frau wollte er gerade Geschenke für Weihnachten kaufen. "Was, die demonstrieren? Was soll das denn schon wieder? Komm ich jetzt hier noch raus?" Noch schon, aber ab 15 Uhr sollen die ersten Straßensperren aktiv werden. Der Kommunale Ordnungsdienst läuft gerade durch die Straßen. "Hier müssen Sie leider wegfahren!" "Was, wieso?" entgegnet eine Frau, die gerade den Motor ausgemacht hat und die Zigarette anmachen will. "Wegen der Demonstration. Hier werden nachher die ganzen Polizeiautos stehen." Polizeichef Michael Ebert ist dafür bekannt, dass er weniger mit Hamburger Gittern und eher mit Sixpacks arbeitet - den großen Polizeieinsatzfahrzeugen, den VW-Bussen. Um 11 Uhr begann die Einsatzbesprechung der Polizei. Vorbereitung auf das 9. Demonstrationsgeschehen.

Vier Demonstrationen in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt sind für heute bei der Stadt Rostock angemeldet. Viele Kitas, Schulen und Geschäfte schließen daher früher oder öffnen gar nicht erst. Anwohner müssen sich auf massive Einschränkungen einstellen.

Die AfD zieht vom Ulmenmarkt in die Ulmenstraße, zum Saarplatz, in die Wismarsche Straße und zum Doberaner Platz. Angemeldet war die Demo unter dem Motto „Für unser Land und unsere Kinder“, mittlerweile ist das Motto „Blauhelmeinsatz gegen Migrationspakt und Meinungsdiktatur“. Ab 16 Uhr sollte es losgehen, verbreitet wird aber ein Startzeitpunkt von 18 Uhr auf dem Ulmenmarkt.

Ein Einzelanmelder hat zu um 16.30 Uhr eine Kundgebung am Doberaner Platz angekündigt unter dem Titel „Rostock reicht’s. AfD läuft nicht“. Der Asta ist in der Ulmenstraße 45 mit einer Kundgebung vertreten. Rostock nazifrei hat eine Demo angemeldet, die sich vom Doberaner Platz über die Stampfmüllerstraße, den Friedhofsweg, die Arnold-Bernhard-Straße hin zum Saarplatz, in die Parkstraße, zur Hasenbäk, in die Ulmenstraße, die Fritz-Reuter-, die Waldemar- und Margaretenstraße bis zur Heiligen-Geist-Kirche ziehen soll. Angemeldet ist der Marsch von 17 bis 20 Uhr.

In der Heiligen-Geist-Kirche startet um 17 Uhr eine interreligiöse Andacht, die zeigen soll, dass der Kontakt zwischen den Religionen gelingt. Angemeldet sind bei der Stadt rund 3000 Teilnehmer für alle Demonstrationen. Es ist mit massiven Einschränkungen und Sperrungen zu rechnen.

Bereits ab 9 Uhr gelten Halteverbote in mehreren ausgeschilderten Bereichen:

- Ulmenmarkt,
- Kiebitzberg,
- An der Hasenbäk,
- Bergstraße,
- Stampfmüllerstraße (bis Friedhofsweg),
- Ulmenstraße (zwischen Fritz Reuter-Straße und Saarplatz) sowie deren Seitenstraßen (jeweils etwa 50 Meter beidseitig),
- Wismarsche Straße sowie deren Seitenstraßen (jeweils etwa 50 Meter beidseitig) und
- Doberaner Platz sowie seine Seitenstraßen (jeweils etwa 50 Meter beidseitig).

Folgende Straßen werden temporär gesperrt:

- Maßmannstraße (ab etwa 15 Uhr),
- Wismarsche Straße (in beiden Richtungen, einschließlich aller Seitenstraßen),
- Doberaner Platz (einschließlich aller Seitenstraßen),
- Doberaner Straße (zwischen Höhe LIDL und Doberaner Platz),
- Friedrichstraße (ab Patriotischer Weg),
- Stampfmüllerstraße,
- Friedhofsweg,
- Arnold-Bernhard-Straße,
- Parkstraße und
- Kiebitzberg.

Zeitweilig werden auch Bus- und Straßenbahnlinien betroffen sein.

Das Weihnachtsdorf Am Brink schließt. Die Strecke vom Werftdreieck zu den Kliniken soll freigehalten werden.

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