Berufung : Streit um Awo-Gelder geht weiter

Die erste Berufungsverhandlung um den langjährigen Awo-Müritz-Geschäftsführer Peter Olijnyk beginnt am 30. Januar. Er war Mitte 2016 entlassen worden, weil er und der der damalige Kreisvorsitzende sich gegenseitig hohe Summen zugeschanzt haben sollen. Foto: Uli Deck
Die erste Berufungsverhandlung um den langjährigen Awo-Müritz-Geschäftsführer Peter Olijnyk beginnt am 30. Januar. Er war Mitte 2016 entlassen worden, weil er und der der damalige Kreisvorsitzende sich gegenseitig hohe Summen zugeschanzt haben sollen. Foto: Uli Deck

Nach Urteil wegen Bereicherung beginnt am 30. Januar die Berufungsverhandlung gegen Ex-Awo-Chef Peter Olijnyk.

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08. Januar 2019, 11:23 Uhr

Rostock | Im Rechtsstreit um Bereicherungsvorwürfe beim Kreisverband Müritz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gibt es am 30. Januar eine erste Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht (OLG). Das hat der zuständige Senat festgelegt, wie eine OLG-Sprecherin am Dienstag in Rostock sagte. Auch Zeugen seien geladen. Wegen des Falls gab es Untersuchungen in allen AWO-Kreisverbänden sowie einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Schweriner Landtag zur Vergabepraxis bei den Sozialverbänden.

Der langjährige Kreisgeschäftsführer Peter Olijnyk war Mitte 2016 in Waren entlassen worden, nachdem bekannt geworden war, dass er ein Jahresgehalt von 150 000 Euro plus 30 000 Euro an Tantiemen und weitere Vergünstigungen bezog. Der 69-Jährige und der damalige Kreisvorsitzende Götz-Peter Lohmann - der Vize-Landeschef der AWO war - sollen „sich gegenseitig unverhältnismäßig hohe Summen zugeschanzt haben“, wie eine Untersuchung des AWO-Landesverbands ergab. Olijnyk klagte gegen die Entlassung, verlor aber 2017 am Landgericht Neubrandenburg und legte Berufung ein.

Der Landesverband sprach in der Folge von „einem perfiden System“ in Waren und „einem Einzelfall.“ So habe der damalige Kreisvorsitzende die Verträge für hohe Gehälter bei Olijnyk unterschrieben und dieser wiederum Honorarverträge für den eigentlich schon pensionierten Kreischef, der als Psychologe für den Verband tätig gewesen sein soll. Gegen beide ermittelt auch die Schweriner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue, was die Männer aber bestreiten.

Olijnyk hatte gegen die Entlassung geklagt und verlangte mehrere hunderttausend Euro an Entschädigung. Das Neubrandenburger Landgericht wies die Klage 2017 ab. In der Begründung hieß es, die Verträge hätten nicht die erforderlichen zwei Unterschriften aus dem Vorstand gehabt. Das Landgericht lehnte es ab, Zeugen dazu zu hören, und verurteilte den Ex-Manager zur Rückzahlung von 390 000 Euro an zu viel gezahltem Gehalt. Sein Anwalt Peter-Michael Diestel legte in Rostock dagegen Berufung ein.

Für die erste Berufungsverhandlung sind mehrere Zeugen geladen worden, wie die OLG-Sprecherin sagte. Einer davon ist der 76 Jahre alte Lohmann, der ab 1998 neun Jahre für die SPD im Bundestag saß und seine AWO-Ämter nach Bekanntwerden der Vorwürfe niedergelegt hatte.

Ob es am 30. Januar auch schon eine Entscheidung gibt, sei nicht sicher. In der Regel werden nach solchen Verhandlungen gesondert Verkündungstermine anberaumt.

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