Protest : Anwohner wehren sich gegen geplante Baumfällung

Die Anwohner Heidrun und Hermann Kohlmann, Bernard Closta, Galeristin Anke Tölle und Handwebmeisterin Ines Heinrich kämpfen um ihr Biotop. Foto: Maria Pistor
Die Anwohner Heidrun und Hermann Kohlmann, Bernard Closta, Galeristin Anke Tölle und Handwebmeisterin Ines Heinrich kämpfen um ihr Biotop. Foto: Maria Pistor

Die Bewohner vom Warnemünder Georginenplatz sind auf der Palme. Sie protestieren gegen das geplante Fällen der Altbäume.

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13. Dezember 2018, 08:35 Uhr

Warnemünde | Die Bewohner vom Georginenplatz sind mental auf der Palme. Sie sind sauer über die Pläne der Stadt, im Zuge der Umgestaltung des Georginenplatzes die alten Bäume zu fällen. Das jedenfalls hatten sie am Rande eines Planungstreffens mitbekommen. Diesen Protest trug Anwohner Bernard Closta im Namen vieler Nachbarn in die Ortsbeiratssitzung. Er wies darauf hin, dass es 2016 beim Vorstellen der Pläne noch darum gegangen sei, dass nur kranke Bäume gefällt werden. Anwohner Gernot Taufmann hat kürzlich eine Umfrage mit jedem einzelnen Bewohner durchgeführt. 15 von 19 plädieren für den Erhalt der Bäume.

In ihrer Sorge haben sich die Anwohner an den Bund für Umwelt und Naturschutz gewandt. Katharina Dujesiefken vom BUND hat an einem Lokaltermin mit Grünamtsleiterin Ute Fischer-Gäde und Peter Writschan vom Denkmalpflegeamt teilgenommen. „Ich bin der Ansicht, dass es eine Balance zwischen alten und jungen Bäumen geben kann, aber die gesunden Altbäume sollten erhalten bleiben.“ Dujesiefken weist auch auf artenschutzrechtliche Dinge hin. In einigen alten Bäumen befinden sich Höhlen für Fledermäuse und höhlenbrütende Vogelarten und Insekten. „Außerdem spenden die Bäume Schatten“, sagt die Baumexpertin, die wie die Anwohner auf einen Kompromiss setzt.

Auf den hofft auch Handwebmeisterin Ines Heinrich. „Als die Pläne vorgestellt worden sind, wurde uns zugesagt, dass der gesunde Altbaumbestand erhalten bleibt und nur kranke Bäume gefällt werden müssen", betont sie und zeigt ein Bild aus dem Sommer, auf den zu sehen ist, wie gesund und vital die Bäume in diesem Biotop sind.

Die Hansestadt hat auf Nachfragen reagiert: „Grundsätzlich können wir die Sorge der Anwohner verstehen, sie können sicher sein, dass wir unsere Entscheidungen zum Umgang mit Bäumen, sofern Fällungen in Betracht gezogen werden, erst nach jeweils umfassenden Abwägung aller Belange treffen“, sagt Stefan Patzer, Sachgebietsleiter Planung.

Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU) wies den Vorwurf zurück, dass das ehrenamtliche Bürgergremium der Fällung zugestimmt hat. „Das werden wir nie tun“, sagte er am Dienstag, als Bernard Clostden Protest der Anwohner in die öffentliche Sitzung trug.

Grundsätzlich bestätigt Patzer, dass frühestens im 2019 Herbst mit Baumfällungen zu rechnen ist und bis dahin Zeit für klärende Gespräche und gegebenenfalls Kompromisslösungen besteht.

Für die Anwohner steht fest: Sie lassen sich ihr Biotop im Herzen von Warnemünde nicht einfach mit der Motorsäge zerstören. Dagegen werden sie kämpfen.

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