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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. August 2017 | 20:50 Uhr

700 Jahre Münzgeschichte in Rostock

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Stadtmitte | "Ohne Geld geht nichts", sagt Dr. Steffen Stuth, kommissarischer Leiter des Kulturhistorischen Museums Rostock. Das sei bereits im Mittelalter der Fall gewesen. Schon damals hätten die Menschen Geld genutzt, um zu bezahlen und um Werte aufzubewahren. "Denn Edelmetall vergammelt nicht", sagt Stuth. Gestern eröffnete er im Kulturhistorischen Museum die Ausstellung "Der Weg zum Geld. Norddeutsche Münz- und Geldgeschichte(n)". Damit werden Teile der münzgeschichtlichen Sammlung des Museums, die vor 120 Jahren gegründet wurde, erstmals umfassend zugänglich gemacht. Zu den Beständen der Einrichtung zählen rund 25 000 Objekte, die aus der Zeit vom 2. Jahrhundert vor Christus bis heute stammen.

Die neue Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: eine Dauer- und eine Sonderausstellung. Im Zentrum der Dauerausstellung stehen die Rostocker Münzgeschichte, die Geldgeschichte der Hanse und des Herzogtums Mecklenburg. Kombiniert mit Kostbarkeiten aus der münzgeschichtlichen Sammlung und den Werkzeugen der Rostocker Münzmeister aus dem Mittelalter sowie der Neuzeit entsteht ein Überblick über 700 Jahre Münzgeschichte in der Stadt Rostock.

Ein besonderes Ausstellungsstück ist der "Breite Taler", der aus 60 statt gewöhnlichen 30 Gramm Silber besteht. "Er ist sowohl eine Münze als auch eine Erinnerungsmedaille an die Erbhuldigung 1605", sagt Stuth. Damals habe die Stadt ihrem Landesfürsten Karl von Mecklenburg den Lehnseid geschworen. Nichtsdestotrotz laute die freie Übersetzung der lateinischen Inschrift: Die von den Vorfahren ererbten Freiheiten darf man nicht aufgeben. Das heißt, die Stadt habe sich dazu bekannt, doch lieber eine freie Stadt zu sein, so der Museumsleiter. Die wertvollste Münze in der Ausstellung ist der Rostocker Taler, der zwischen 1600 und 1650 entstanden ist und einen großen, repräsentativen Greif zeigt. "Die Talermünze war so erfolgreich, dass sie sich über ganz Europa verbreitete", sagt Stuth. Heute gebe es zum Teil nur noch zwei oder drei Exemplare davon.

Neben der Dauerausstellung ist im Kulturhistorischen Museum bis zum 28. August auch noch eine geldgeschichtliche Sonderausstellung zu sehen. Im Mittelpunkt stehen hier die norddeutschen Hansestädte Rostock, Wismar, Stralsund sowie Lübeck und ihr Geld. Eingebettet in die deutsche Münzgeschichte wird die Geldgeschichte von der Entstehung der Münzen über die Antike bis in die Frühe Neuzeit dargestellt. Ein Höhepunkt der Sonderausstellung sind die Münzprivilegien - Leihgaben des Rostocker Stadtarchivs. Die beiden Urkunden von 1325 und 1361 belegen das Münzrecht der Stadt und zählen damit laut Stuth zu den zentralen Stadtrechtsurkunden. Denn: "Wer das Geld macht, hat die Macht."

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erstellt am 09.Jun.2011 | 10:46 Uhr

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