Peter-Weiss-Jahr : 60 Stunden für die Ästhetik

In der Weiss-Box zeigen Stefan Nadolny und Theresa Klaue bisher 35 Interviews von unterschiedlichen Persönlichkeiten, die eine intensive Verbindung zu Peter Weiss hatten.
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In der Weiss-Box zeigen Stefan Nadolny und Theresa Klaue bisher 35 Interviews von unterschiedlichen Persönlichkeiten, die eine intensive Verbindung zu Peter Weiss hatten.

Zum 100. Geburtstag des Künstlers ist eine Non-Stop-Staffettenlesung geplant

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02. August 2016, 12:11 Uhr

1000 Seiten, 100 Leser, 60 Stunden – bis zum 100. Geburtstag von Peter Weiss sind es noch 99 Tage. 99 Tage, in denen im Peter-Weiss die Telefone heiß laufen, im Minutentakt E-Mails eingehen und in denen wichtige Gespräche geführt werden. Der Grund: Vom 11. bis 13. November planen Stefan Nadolny und sein Team eine Staffettenlesung. Ohne Unterbrechung werden von Freitag 12 Uhr bis Sonntag 24 Uhr Persönlichkeiten aus Politik und Kultur aus „Die Ästhetik des Widerstands“ lesen, teilweise vor Ort, teilweise in einer Videobotschaft. Mit dabei sind unter anderem Gregor Gysi (Linke), Katja Kipping (Linke), Schriftstellerin Tanja Kinkel, Autor Ulrich Peltzer oder auch Schauspieler Rüdiger Vogler. Bei den 100 Lesern handle es sich ausschließlich um Personen, die Peter Weiss kennengelernt haben oder in vielfältiger Weise durch sein Schaffen beeinflusst wurden. Bisher sei die Akquisition vor allem überregional abgelaufen, nun würden noch rund 25 Freiwillige aus Rostock gesucht. „Wir denken da zum Beispiel an Personen aus dem Volkstheater. Schließlich hatte Peter Weiss dort seine Hausbühne, dort produzierte er viele berühmte Theaterstücke“, sagt Projektkoordinator Nadolny.

Warum ausgerechnet die „Ästhetik des Widerstands“ gelesen wird, hat mehrere Gründe. Aus pragmatischer Sicht biete sich das Werk wegen seiner Länge an, zudem sei die inhaltliche Debatte laut Nadolny aktueller denn je: „Im Moment sprechen alle möglichen Akteure von Widerstand. Wir wollen eine Beziehung herstellen zwischen Kunst, Kultur und all denjenigen, die Widerstand leisten für eine bessere Welt.“

Die Live-Lesung wird aufgezeichnet und am Ende zusammengeschnitten. Das Material soll drei Jahre lang im Internet unter www.peterweiss100.de abgerufen werden können. „Das wird ein Lese-Marathon mit Festival-Qualitäten“, betont Mitorganisatorin Theresa Klaue und deutet damit auf die zahlreichen Veranstaltungen im Hintergrund der Lesung hin. So planen die Freigeister gemeinsam mit dem Volkstheater und dem Literaturhaus mehrere Aufführungen, die Kunsthalle zeigt eine Reihe von Gemälden und das Lichtspieltheater Wundervoll plant einen Filmabend.

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