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18. November 2017 | 05:57 Uhr

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vom

svz.de von
erstellt am 23.Nov.2007 | 10:41 Uhr

So werden die deutschen Bildungspolitiker die zunehmenden Probleme nicht in den Griff bekommen. Während sich gestern nicht etwa die Bildungsministerin, sondern der Verteidigungsminister am bundesweiten Vorlesetag beteiligt hat, und vor Tagen die Bund-Länder-Kommission über eine Deutsche Akademie
der Wissenschaften gegrübelt hat, bleiben die drängendsten Probleme weiter ungelöst. Eines der eklatantesten ist der Mangel an Lehrern. Laut GEW sind in diesem Jahr 3800 Pädagogen weniger eingestellt worden, als die Kultusministerkonferenz selbst als Bedarf festgestellt hat.
Die Folgen der Untätig- und Unfähigkeit der Bildungspolitiker sind nicht nur die miserablen Ergebnisse deutscher Schüler bei internationalen Vergleichstests wie PISA. Jedes Jahr sieht sich die Wirtschaft gezwungen, Unsummen in die Qualifizierung von Schulabsolventen zu investieren. Mit anderen Worten: Weil die Länder an der falschen Stelle sparen und deshalb die Schulklassen so groß geworden sind, dass die Lehrer mit der Wissensvermittlung überfordert sind, müssen die Unternehmen dafür sorgen, dass die Berufsanfänger ausreichend gut schreiben und rechnen können.
Dabei müsste es eigentlich keinen Mangel an Lehrern geben. Es verlassen genug frisch gebackene Pädagogen die Universitäten. Doch viele von ihnen wandern direkt in die Arbeitslosigkeit oder in Berufe, für die sie nicht - mit viel Geld - ausgebildet wurden. Währenddessen nimmt der Altersdurchschnitt der Lehrer in den Schulen immer weiter zu. Es stellt sich die Frage: Wollen die Bildungspolitiker diesen Trend und seine fatalen Folgen nicht sehen? Und wie lange werden sie noch untätig bleiben?

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