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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 05:43 Uhr

500 Schlecker-Jobs in MV auf der Kippe

vom

svz.de von
erstellt am 29.Feb.2012 | 07:28 Uhr

Frankfurt/Schwerin | Radikalkur bei Europas größter Drogeriekette: Die Sanierung der insolventen Schlecker-Gruppe kosten in MV hunderten Mitarbeitern den Job. Das Unternehmen werde bundesweit jede zweite der insgesamt noch 6000 Filialen schließen und rund die Hälfte der Arbeitsplätze streichen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gestern in Frankfurt/Main mit. Handelsexperten rechnen damit, dass in MV bis zu 500 der schätzungsweise 1000 Beschäftigten und etwa 150 Filialen vor dem Aus stehen - einer der größten Personaleinschnitte im Einzelhandel des Landes.

"Das ist ein überlebensnotwendiger Einschnitt", begründete Geiwitz die harten Sparmaßnahmen. Insgesamt sollen bundesweit lediglich rund 13 500 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Momentan gehe er davon aus, dass 11 750 Beschäftigte in den Schlecker-Filialen vom Arbeitsplatzabbau betroffen sein. Eine "dramatische" Entscheidung, sagte Frank Schischefski, MV-Landessprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Gleichzeitig zeige die Entscheidung, dass Schlecker eine Überlebenschance habe und tausende Arbeitsplätze erhalten werden können.

Die Sparpläne beschäftigen indes auch den Landtag. Der hundertfache Stellenabbau werde Thema im Sozialausschuss, kündigte der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster, gestern an. Es müsse nach Alternativen für die betroffenen Verkäuferinnen gesucht und Hilfsmöglichkeiten ausgelotet werden.

Schlecker hatte am 23. Januar Insolvenz beantragt, kurz danach folgte die Tochter IhrPlatz. Die Schlecker-Auslandstöchter sind bislang nicht insolvent. Nun werde er Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite für eine schnelle Einigung führen. Ende März solle bereits das Insolvenzverfahren eröffnet werden.

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