5,7 Millionen Euro für Tor zur Ostsee

'Hier soll das Haus des Tourismus entstehen', sagt Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbandes. Georg Scharnweber
"Hier soll das Haus des Tourismus entstehen", sagt Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbandes. Georg Scharnweber

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08. November 2010, 07:08 Uhr

Rostock | Ungünstig geschnittene Räume und kein Platz für Tagungen: So sehen die Geschäftsräume vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern in der Südstadt seit 15 Jahren aus. Um einen Anlaufpunkt für Reiseanbieter und Touristen zu schaffen, will der Verband auf dem Gelände der ehemaligen Neptun-Werft bald ein "Haus des Tourismus" errichten. An der Kaikante, direkt an der Warnow, soll der dreistöckige Flachbau entstehen. "Es wird ein Informationszentrum für den Tourismus auf der Ostsee", sagt Bernd Fischer (56), Geschäftsführer des Landesverbandes. Mit dem Konferenzzentrum in Höhe von 5,6 Millionen Euro will der Verband seine Position stärken und zum Schlüssel zur Ostsee werden. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein.

Multimedieales Informationspool in Planung

Seit Längerem haben die Mitglieder des Verbandes überlegt, wie sie die Tourismussituation im Land bündeln können. Ein Tagungszentrum sei dafür die richtige Lösung und das Grundstück stehe auch schon fest. In großzügig gestalteten Räumen können ab 2013 dort Veranstalter, Partner und Urlauber beraten. "Dort wird es außerdem ein multimediales Informationspool sowie Unterlagen und Kataloge für Touristen geben", sagt Fischer. Ihm ist es besonders wichtig, für Reiseveranstalter wie Campingland und Landurlaub angenehme Bedingungen zu schaffen. "Sie stehen schon jetzt hinter unserem Projekt", unterstreicht der Geschäftsführer.

Mit diesem Neubau plant der Verband, sich verstärkt für den Bereich Ostsee-Tourismus zu positionieren. "Wir sind das Eingangstor für die skandinavischen Länder und das müssen wir nutzen", betont Fischer. Schließlich stelle die Fehmarnbelt-Querung einen starken Mitbewerber dar. Da gilt es, sich mit gezielten Konzepten zu behaupten und die Stärken der Region zu nutzen. Auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) begrüßt die Entscheidung des Verbandes: Rostock ist Tourismushauptstadt unseres Urlaubslandes." Neben Verkehrs- und Logistikunternehmen seien daher auch touristische Spitzenverbände ein Muss. "Ich bin mir sicher, dass der Grad der Vernetzung innerhalb der Branche steigen wird", sagt Methling. Jährlich 6,9 Millionen Gäste und 20,4 Millionen Übernachtungen verzeichnet der Tourismusverband MV. "Somit liegen wir Bundesweit auf Platz zwei hinter Bayern", sagt der 56-Jährige. Und es ist noch mehr drin. Bis 2030 sollen es bis zu 35 Millionen Übernachtungen jährlich werden.

In dem neuen Kundenzentrum will der Verband mit professioneller Beratung glänzen. Auch was die Mitarbeiterzahl angeht, werde es mit Bestimmtheit Aufstockungen geben, so Fischer. Vor allem im Bereich der Kundenbetreuung werden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. "Derzeit haben wir mit den Projektleuten und Praktikanten 30 Mitarbeiter", sagt er. Nach 15 Jahren in stickigen Büros, können sie ihren Umzug kaum erwarten.

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