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Wirtschaft : 400 Firmen in Rostock brauchen Nachfolger

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Weniger Übernahmeinteressenten, aber mehr Senior-Unternehmer

von
erstellt am 12.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Rostocker Mittelstandsunternehmen sind mit Herausforderungen konfrontiert. Bis 2025 stehen zirka 400 Betriebe mit rund 21 000 Arbeitsplätzen zur Übergabe. In MV sind es 2900 Unternehmen mit 170 000 Arbeitsplätzen. Das geht aus einer Statistik der Hypovereinsbank hervor, die auf Daten des Statistischen Landesamtes basiert. Einbezogen wurden Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern, insgesamt 1100.

Das Durchschnittsalter deutscher und auch regionaler Unternehmer liegt bei 51 Jahren. „Gerade Unternehmer aus der Gründergeneration der frühen 90er müssen sich jetzt Gedanken um ihre Nachfolge machen“, sagt Jens Masula, der für das Kreditinstitut im Nordosten und Berlin das Firmenkundengeschäft leitet. Erschwerend: Die Jahre, in denen es mehr Nachfolge-Interessenten gab als abgabewillige Unternehmer, sind vorbei. Deutschlandweit stehen rund 6500 Senior-Unternehmern 5000 potenzielle Nachfolger gegenüber. „Und das heißt nicht, dass alle geeignet sind“, sagt Masula. Ein Nachfolger müsse ja sowohl fachliches als auch unternehmerisches Potenzial mitbringen. Vor zehn Jahren kamen auf 4500 Senior-Unternehmer 6400 Übernahmewillige.

„Dadurch wird Nachfolgeplanung zu einer zentralen Herausforderung“, so Masula. Die Bank sei einer der Ansprechpartner bei Unternehmensübergaben – neben Steuerberatern, Unternehmensberatern oder der Industrie- und Handelskammer. „Die Finanzierung von Nachfolgelösungen ist mittlerweile eine wichtige Säule bei uns“, sagt Masula. Rund ein Drittel der Neufinanzierungen habe seinem Erfahrungswert nach mittel- oder unmittelbar mit Nachfolge zu tun. Mehr als die Hälfte der Unternehmen werden familienintern übergeben. Alternativen sind Übernahmen von Mitarbeitern oder Externen.

In letzterem Fall bieten Blind-Profile Unternehmern Schutz, die fürchten, ihre Geschäft zu gefährden, wenn der Übergabewille bekannt wird. „Aber es gibt jede Menge Unternehmer, die das Thema lange verdrängen“, sagt er. Nicht selten würden bei der sich häufig hinziehenden Nachfolgersuche Investitionen oder Digitalisierung aufgeschoben, darum könnte sich ja der Nachfolger kümmern. „Das kann dazu führen, dass das Unternehmen nicht mehr wettbewerbsfähig ist“, so Masula. Die Bank wolle für das Übergabe-Thema und die Notwendigkeit frühzeitiger strategischer Unternehmensübergaben sensibilisieren. Dafür kooperiere sie auch mit IHKs und Verbänden. „Wir sehen eine echte Herausforderung, um nicht zu sagen Gefahr für Wirtschaftsräume“.

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