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Archäologen auf Spurensuche : 3D-Scan bewahrt Rostocker Stadtgeschichte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ingenieurbüro vermisst Ausgrabungsstätte am Glatten Aal. Archäologen bis April auf Spurensuche.

Bald wird die archäologische Ausgrabungsstätte am Glatten Aal dem Erdboden gleich gemacht. Die unschätzbaren Funde der Rostocker Stadtgeschichte sind dann für immer verloren. An gleicher Stelle soll bald das Rosengarten-Center und ein Parkhaus entstehen. Um die gefundenen Schätze zumindest digital zu bewahren, vermessen David Möbus und Ingo Lutte vom Ingenieurbüro Golnik die Ausgrabungsstätte mit einem hochauflösenden 3D-Scanner.

„Unser Ziel ist es, die Ausgrabungsstätte so genau zu dokumentieren, sodass daraus später vielleicht einmal ein 3D-Modell erstellt werden kann“, erkärt Lutte. Indem sich der Scanner 360 Grad um die eigene Achse dreht und ein Spiegel zusätzlich vertikal rotierend Aufnahmen macht, entsteht am Ende ein allumfassendes Bild. Der Scan wird an vielen ausgewählten Punkten wiederholt, um ein möglichst detailgetreues Gesamtbild zu erhalten. „Der Scanner hat eine Reichweite von 25 Metern“, ergänzt Lutte. Aber auch in 130 Metern könne das Gerät noch Daten sammeln, allerdings werde die Messung dann ungenau.

Seit Juni laufen die Ausgrabungsarbeiten am Glatten Aal. Das Archäologenteam um Jörg Vogt hat in diesem Zeitraum spannende Zeugnisse der Rostocker Geschichte aufdecken können. Sie haben Mauerfundamente aus verschiedenen Epochen freigelegt. „Die ältesten stammen aus dem 13. Jahrhundert“, so Vogt. Sein Team vermisst das Areal zusätzlich mit einem Tachymeter. Dies arbeite weniger genau und sei mit dem Datenvolumen, das der 3D-Laserscanner sammelt, nicht zu vergleichen. „Es ist einmalig, wir bekommen dadurch unschätzbare Ergebnisse“, betont der Archäologe. Je nach Witterung wird er noch bis April mit seinem Team an dem Ausgrabungsort tätig sein, um Schlüsse über das Leben der Rostocker von damals ziehen zu können. „Uns interessiert, wie die Wasserleitungen ab dem 14. Jahrhundert verlegt und wie die Fäkalien entsorgt wurden“, erklärt er. Tonscherben geben zudem Aufschluss, ob in den Häusern wohlhabende oder ärmliche Menschen lebten.

Besonders ist der Archäologe daran interessiert, herauszufinden, was sich an dem Ort befand, bevor er 1265 bebaut und zum Stadtquartier wurde. „Wir gehen davon aus, dass es wahrscheinlich einzelne Bauten gab“, vermutet Vogt.

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