Hanse Sail : 240 Schiffe aus 16 Nationen

Im Stadthafen von Rostock liegt seit dem Wochenende der Zweimaster „Eye oft the Wind“. Das Schiff ist einer der ersten Gäste der 25. Hanse Sail.
Im Stadthafen von Rostock liegt seit dem Wochenende der Zweimaster „Eye oft the Wind“. Das Schiff ist einer der ersten Gäste der 25. Hanse Sail.

Zur 25. Hanse Sail werden wieder hunderttausende Besucher erwartet. Zusätzliche Liegeplätze im Fischereihafen und an der Nordic Werft wurden geschaffen.

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04. August 2015, 08:00 Uhr

„Wir haben einen vollen Hafen.“ Holger Bellgardt ist zufrieden, wenn er die Teilnehmerliste der 25. Hanse Sail anschaut. „Die Flotte umfasst Schiffe aus 16 Nationen, so international war noch keine Hanse Sail zuvor“, sagt der Hanse-Sail-Chef. Die Schiffe kommen aus Frankreich, Spanien oder Portugal – Nationen also, die sonst kaum im Ostseeraum anzutreffen sind und nun Rostock ansteuern. Das Fest wird an diesem Donnerstag mit dem gemeinsamen Läuten der Schiffsglocke von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) eröffnet.

Die Namen der seltenen Gäste hat Bellgardt alle parat: Die „Santa Maria Manuela“ aus Portugal, möglicherweise der weltweit einzige Viermast-Schoner, die „Nao Victoria“, das erste spanische Schiff auf der Hanse Sail. Es ist eine genaue Kopie des Originals aus dem Jahr 1519 und hat eine Ausstellung an Bord über die erste Weltumsegelung unter Fernando Magellan. Oder auch das 1997 gebaute Vollschiff „Etoile du Roy“ sei alleine schon die Reise wert.

Wieder werden an den vier Tagen viele hunderttausend Besucher erwartet. „Solche Feste sind wichtig. Sie tragen zum Zusammenhalt und zur Identifikation mit dem Land bei“, sagt Sellering.

Rund 240 Schiffe haben sich angemeldet, gut 200 davon fallen in die Rubrik Traditions- und Museumsschiffe. Das heißt auch, es wird eng im Stadthafen und in Warnemünde, wieder müssen einige Schiffe in den Fischereihafen ausweichen. Die drei riesigen Schiffe aus Russland „Kruzenshtern“, „Mir“ und „Sedov“ werden bei der Nordic Werft anlegen müssen. „Im Moment gehen die Schiffe diesen Kompromiss ein, wie lange sie das tun werden, bleibt abzuwarten“, sagt Bellgardt. Auch er als Veranstalter müsse schauen, ob es permanent so weitergehen kann. Vielleicht müsse etwa bei den Großschiffen eine Grenze gesetzt werden. „Im Moment ist es noch so, dass wir einladen. Wir haben aber darauf hingewiesen, dass wir keine optimalen Plätze anbieten können.“ Auch wenn die Hanse Sail durch die Zahl der Schiffe an ihre Grenzen stößt, möchte sich Bellgardt nicht auf eine Maximalzahl von Schiffen festlegen. „Wir müssen vernünftige Bedingungen für die Schiffseigner und die Besucher schaffen“, sagt er. Für die Schiffe, die schon seit Jahren im Fischereihafen liegen, sei das absolut in Ordnung.

Mit Stolz blickt Oberbürgermeister Roland Methling auf die Geschichte der Veranstaltung zurück, die er 1991 initiiert hat. „Dass es uns gelungen ist, die Hanse Sail, die 1991 so etwas wie das maritime Fest der deutschen Einheit war, so fest im Kalender der Traditionssegler zu verankern, war damals noch nicht absehbar.“

Für viele Schiffseigner sei sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und ein Wirtschaftsförderprojekt für die Traditionsschifffahrt. „Die Einnahmen aus den Fahrten während der Hanse Sail decken einen Teil der Ausgaben für den Erhalt dieser lebendigen Traditionen.“ So werden Jahr für Jahr neue Akzente gesetzt, Erfahrungen gesammelt, Details verändert. „Insofern gibt es keine Grenzen, sondern immer neue Horizonte“, sagt Methling.

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