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Stadtentwicklung : 230000 Einwohner: Ungeahnter Boom fordert Rostock

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rathaus stellt Bevölkerungsprognose der Hansestadt bis 2035 vor: Zuwachs vor allem bei Kindern und über 80-Jährigen

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Es wird eng in Rostock: Bis 2035 wächst die Einwohnerzahl der Hansestadt auf 230 945 und damit auf ein Rekordhoch seit 1995. Die Zahl stammt aus der aktuellen Bevölkerungsprognose, die in der kommunalen Statistikstelle des Rathauses erarbeitet wurde und unter anderem auf dem Melderegister beruht. „Wir brauchten dringend neue Zahlen, zum Beispiel für interessierte Investoren. Sie legen außerdem die Eckpunkte für die künftige Entwicklung der Hansestadt in allen Bereichen fest“, sagt Roland Methling (parteilos). Als er 2005 Oberbürgermeister wurde, habe er sich das Ziel gesetzt, dass Rostock nach dem Tiefpunkt 2002 mit 198 259 einmal wieder die 200 000-Einwohner-Marke knackt. Die rasante Entwicklung, die sich seit einigen Jahren abzeichnet, hätte er sich kaum träumen lassen.

In der Vergangenheit ließ die Hansestadt die Bevölkerungsprognosen von externen Büros erstellen. „Und es gab danach eine gewisse Unzufriedenheit mit den Ergebnissen. Nicht, weil die Zahlen pessimistischer waren als unsere, sondern weil sie erwiesenermaßen an der Realität vorbeigingen und uns ein Stück weit auch in die Situation gebracht haben, in der wir jetzt sind“, so der Oberbürgermeister. Und die sei, dass es bereits jetzt zu wenig Wohnraum gibt, Schulen aufgrund negativer Bevölkerungsprognosen geschlossen wurden und auch die Infrastruktur-Entwicklung überdacht werden muss.

Die neuesten Prognosen „legen das Schrittmaß vor, mit dem sich Rostock in den nächsten Jahren entwickeln muss – und wir bewegen uns da im Mindestanforderungsbereich“, so Methling. Von der bereits angekündigten Zielstellung mit jährlich 1500 neuen Wohnungen sei man aktuell noch weit entfernt. „Wir sind schon offensiv mit unseren Bebauungsplänen. Aber was da gegenwärtig in Vorbereitung ist – zum Beispiel in Biestow und Gehlsdorf – das wird nicht ausreichen“, sagt das Stadtoberhaupt und ergänzt: „Alle Genossenschaften stehen Gewehr bei Fuß und sind bereit, zu investieren.“

Die gestern vorgestellten Bevölkerungsprognosen seien gleichbedeutend mit notwendigen Investitionen in Millionenhöhe – egal, ob es um Wohngebiete, die Versorgung mit Wasser, Strom und Wärme, den Müll, Verkehr, neue Kindertagesstätten, Schulen, Vereinsangebote, Sport- oder Kulturstätten geht. „Das geht sogar so weit, dass wir uns fragen müssen, ob der Platz auf den Friedhöfen noch ausreicht“, so Methling.

„Wir haben konservativ gerechnet“, sagt Carmen Becke, Leiterin der kommunalen Statistikstelle. Durch die Verwendung einer neuen und bereits in anderen Städten für solche Erhebungen genutzten Software könne schnell auf mögliche Abweichungen der Prognosen reagiert werden. Zum Beispiel, wenn sich die ebenfalls mit eingerechneten Zahlen der Flüchtlinge ändern, die in der Hansestadt bleiben dürfen.

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