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Universität Rostock : 200 Studienplätze frei: Asta will NC abschaffen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Uni hat zwar Kapazitäten, begrenzt aber die Zulassung für begehrte Fächer – Studenten protestieren

Die Abschaffung des Numerus Clausus (NC) – so lautet die Forderung des Allgemeinen Studentenausschusses (Asta) der Uni Rostock. „Die große Zahl unbesetzter Master-NC-Plätze in MV zeigt, dass der NC nicht das geeignete Instrument ist, um eine optimale Auslastung von Studiengängen zu leisten“, sagt Asta-Vorsitzender Clemens Schiewek.

Die Zahlen sprechen für sich: Den größten Anteil an ungenutzten Master-NC-Plätzen gibt es – neben den Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg (29,2 Prozent) – mit 26,4 Prozent an den Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern. An der Uni Rostock sind im laufenden Wintersemester in den Master-NC-Studiengängen 39 Plätze unbesetzt. Insgesamt konnten von den 2070 vorgesehenen NC-Studienplätzen 212 nicht vergeben werden. Zugleich wurde 68-mal überbucht. „Wir lassen mehr Interessenten zu, als wir Plätze haben – wohlwissend, dass nicht alle ihren Studienplatz auch tatsächlich annehmen“, sagt Margitta Grimmel, Leiterin des Studentensekretariats. Dies könne jedoch auch zu Überbelastungen führen. „Dieses System der Studienplatzvergabe ist noch verbesserungswürdig, daran wird intensiv gearbeitet“, sagt Uni-Rektor Prof. Wolfgang Schareck.

In den Master-Studiengängen gab es jedoch keine Überbuchung: „Zwar waren ausreichend Bewerbungen eingegangen, doch es fehlten geeignete“, sagt Uni-Sprecherin Jana Powilleit. Bei den Bachelor-Studiengängen spiele häufig die späte Rückgabe von Studienplätzen eine Rolle, sodass Nachrückverfahren aufgrund der fortgeschrittenen Vorlesungszeit nicht mehr möglich seien.

Zu den Ursachen der schleppenden Vergabe begehrter Plätze „mag zählen, dass es noch immer kein flächendeckendes Angebot einer bundesweiten Studienplatzvergabe gibt“, so Henning Lipski, Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Dessen voller Einsatz wurde mehrfach angekündigt, jedoch immer wieder verschoben. 2008 war die damalige Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) auf Druck von Ländern und Hochschulen geschlossen worden, Unis und Fachhochschulen wollten ihre Studenten lieber selbst aussuchen – und waren damit häufig überfordert. Nachfolger ist die Stiftung für Hochschulzulassung, die jedoch mit ihrem computergestützten Serviceverfahren wegen Schwierigkeiten bei der Datenübermittlung bisher nur vereinzelt von Hochschulen in Anspruch genommen wird.

An der hiesigen Alma Mater vergibt die Stiftung Grimmel zufolge die Plätze für die Studiengänge Medizin und Zahnmedizin. „Bisher ist die Zusammenarbeit gut gelaufen“, so Grimmel. Für die komplette Abwicklung über die Stiftung fehlten jedoch noch die technischen Voraussetzungen. Für den mittlerweile zulassungsfreien Studiengang Wirtschaftswissenschaften jedoch hätten trotz Stiftung nicht alle Plätze vergeben werden können.

„Ausreichende Studienplatzangebote am Ort der Wahl wären natürlich eine Wunschvorstellung, die bei mangelnden Ressourcen nicht umsetzbar ist“, sagt Schareck. Deshalb gebe es einen NC. Die Alternative, alle Studierwilligen zuzulassen und mit einer schweren Prüfung dann die weniger guten nach zwei Semestern herauszuprüfen, sei teuer.

Für den Asta hingegen ist es eine „verschenkte Chance, Studenten ins Land zu holen“, sagt Schiewek. Die freie Studienplatzwahl sei ein Grundrecht, das nur in Ausnahmefällen eingeschränkt werden dürfe. „Konsequent wäre nur eine NC-Abschaffung, um die Attraktivität des Hochschulstandorts MV zu steigern und das Grundrecht auf freie Studienplatzwahl in die Realität umzusetzen“, so Schiewek.

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