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19. September 2017 | 15:41 Uhr

20 Mitarbeiter müssen gehen

vom

svz.de von
erstellt am 08.Nov.2011 | 08:58 Uhr

Rostock | Die Hanseatische Brauerei Rostock steckt in der Krise. Seit Jahren sinkender Bierkonsum und immer schärferer Wettbewerb haben dem Unternehmen zu schaffen gemacht. Gestern kündigte die Brauerei den Abbau von 20 der 70 Arbeitsplätze an. Vier Mitarbeiter gehen in den Vorruhestand, 16 droht die betriebsbedingte Kündigung. „Der Schritt ist notwendig, um den verbleibenden Mitarbeitern eine dauerhafte Perspektive bieten zu können“, sagt Geschäftsführer Wilfried Ott.

Noch steht nicht fest, wann für die betroffenen Mitarbeiter Schluss ist am Standort in der Doberaner Straße. Die Verhandlungen über den Jobabbau mit dem Betriebsrat laufen noch. Möglicherweise wird es zumindest für einige von der Kündigung bedrohten Kollegen Übernahmeangebote von andere Firmen der Radeberger-Gruppe geben. Zu dieser gehören die Hanseaten seit 2005 – und sie hat für das Geschäft mit dem Traditionsbier von der Küste klare Regeln aufgestellt. „Jeder Standort mus sich selbst tragen und auch selbst Lösungen für seine Probleme finden“, sagt Geschäftsführer Ott. Um Rostock unter die Arme zu greifen, lässt Radeberger seit einiger Zeit Sternburger Bier aus Leipzig hier abfüllen. Dabei soll es laut Ott auch bleiben – aber nur in Mengen, die dann auch in Mecklenburg-Vorpommern verkauft werden können.

Lösungssuche vor Ort, das heißt für Rostocker, dass eine Projektgruppe schon seit einem Jahr den ganzen Betrieb durchleuchtet hat. Auf der Suche nach Wegen, die laufenden Kosten zu senken, kamen der Standort, die Marke, die Mitarbeiterzahl auf den Prüfstand.

Nun soll neben einer Marktoffensive für das Rostocker Pils auch ein ganz neues Bier die Hanseaten aus der Krise führen. Vorgestellt werden könnte es schon auf der am Sonntag beginnenden Gastronomie-Messe in Schmarl. „Wir müssen wieder die Stadtbrauerei von Rostock werden“, sagt Ott. Dazu gehöre, das seit 21 Jahren bestehende Engagement für die Hanse Sail fortzusetzen. Der Vertrag läuft noch für 2012 und es bestehe die feste Absicht, darüber hinaus für die folgenden Jahre Partner der Sail zu bleiben.

Seit der Übernahme durch Radeberger sind bereits 30 Stellen von Mitarbeitern weggefallen, die in Rente gingen. Auch mit den 50, die nach dem nun geplanten Abbau bleiben werden, lasse sich, so der Geschäftsführer, der Standort betreiben und die Qualität der Produkte sichern. So verfüge die Brauerei über eine hoch moderne Anlage, habe ständig investiert, unter anderem in Kombi-Tanks und einen Kälteverdichter. Allein ein Flaschenfüller, über den seit 2008 rund 50 000 Flaschen pro Stunde das Band verlassen, kostete früheren Angaben zufolge eine sechsstellige Summe.

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