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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 02:41 Uhr

Rostock : 1974: Eröffnung der S-Bahn-Linie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vor 40 Jahren wurde auf 14 Kilometern Strecke der Regelbetrieb zwischen Rostock und Warnemünde aufgenommen

svz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Der 28. September 1974 ist für Rostocker im Nordwesten der Stadt ein Höhepunkt gewesen. An diesem Tag wurde der zweigleisige Ausbau der neuen Strecke von Rostock nach Warnemünde feierlich als S-Bahn in Betrieb genommen.

Der geschmückte Zug am Einweihungstag der Linie, besetzt mit den Bauarbeitern, die diese Strecke erst möglich machten, erhielt an diesem Morgen freie Fahrt. Das weiße Band, quer über die Gleistrasse gezogen, wurde vom Präsidenten der Reichsbahndirektion Schwerin, Reichsbahn-Oberdirektor Joachim Buhlke, in Gegenwart von namhaften Vertretern der Stadt und des Bezirkes Rostock durchschnitten – mit dem Wunsch einer allzeit guten Fahrt. Für die immer mehr werdenden Einwohner im Nordwesten war es eine entscheidende Verbesserung der Lebensqualität. Die neue Strecke führte durch die Mitte der Stadtbezirke und bot zudem einen guten Anschluss an die Stadtbusse.

Rostock hatte damit als siebte Stadt nach Berlin in der DDR eine Schnellbahn erhalten. Zunächst verkehrten hier an Werktagen 90 Zugpaare, die bei neun Stopps 27 Minuten für die 14 Kilometer lange Strecke benötigten. Täglich etwa 60 000 Personen sicherten Rostock zusammen mit Dresden den DDR-Spitzenplatz bei der Auslastung. Für die Werktätigen im Seehafen und im Düngemittelwerk in Poppendorf wurden Züge von Warnemünde durchgezogen. Die Beförderung erfolgte mit jeweils zwei Doppelstockeinheiten, gezogen von einer Diesellok vom Typ 180. Später erhöhte sich die Zahl der Passagiere stetig auf bis zu etwa 90 000 täglich.

Eine größere Veränderung trat am 18. Mai 1985 ein, als der elektrische Zugbetrieb aufgenommen wurde. 1990/92 kam es zu einem enormen Rückgang im Personenverkehr. Der Werksverkehr zum Seehafen und nach Poppendorf wurde eingestellt, die Zunahme privater Autos forderte ebenfalls Tribut. Nach der Wende begann der Bau von Straßenbahnlinien durch den westlichen Teil der Neubaugebiete, was sich negativ auf den S-Bahnbereich auswirkte. Auch der Betrieb der Linie S2 zum Seehafen wurde eingestellt, als der Nordosten ans Straßenbahnnetz angeschlossen wurde. Der Verkehrsverbund Warnow wurde gebildet, wovon die S-Bahn profitierte. Heute, 40 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme, hat die Rostocker S-Bahn ein neues Gesicht. 2013/14 sind 23 neue fünfteilige Elektrotriebzüge vom Typ Talent 2 vorhanden. Seit Dezember 2013 befährt die Bahn nicht mehr nur 14, sondern 93 Kilometer Strecke. Das Netz reicht bis Güstrow, werktags verkehren 36 Zugpaare zwischen den Städten. Fuhr der Zug von Rostock nach Güstrow 1974 noch 46 Minuten, sind es heute gerade 29 Minuten.

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