zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 19:00 Uhr

Warnemünde : 17 Brandbomben gesprengt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bergungsdienst des Landes hat um 11.53 Uhr das Signal gegeben. Jetzt kann der Bau der neuen Halle der Neptun-Werft starten

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Das Umfeld der Neptun-Werft ist heute gegen Mittag großflächig abgesperrt gewesen. Die Polizei sicherte alle Zugänge zum Gelände ab, die Feuerwehr war ebenfalls am Einsatzort. Denn mit einer Sprengung von 17 Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg sollte Baufreiheit für die neue Halle geschaffen werden. „Die Werft war 1945 bombardiert worden“, sagt Fred Tribanek vom Staatlichen Munitionsbergungsdienst, der mit zwei Kollegen und der Gesellschaft für Kampfmittelberäumung im Einsatz war. Um 11.53 Uhr erfolgte die Sprengung, vor der Halle war eine Rauchwolke zu sehen, es roch danach im Dorf Groß Klein nach einer Mischung aus Benzin, Kautschuk und Phosphor. „Das ist völlig ungefährlich“, so Tribanek.

Der Einsatz war notwendig, weil die Neptun-Werft ihre Produktion mit dem Hallenneubau erweitern will. Weil bekannt war, dass hier im Zweiten Weltkrieg bombardiert worden ist, hatte der Staatliche Munitionsbergungsdienst eine Strategie erarbeitet. Die Auswertung von Archivmaterialien hatte bestätigt, dass hier Bomben abgeworfen wurden. Wegen der vielen Aufschüttungen wurde sich für eine Bohrlochsondierung entschieden. „Wir haben in einem festgelegten Areal bei 7000 Sondierungsbohrungen 21 Brandbomben entdeckt“, so Tribanek. Vier sind vor 14 Tagen entschärft worden. Die 17 restlichen Bomben wurden gestern in einer Tiefe von vier Metern fachgerecht gestapelt und von den Munitionsexperten mit dem benötigten Sprengstoff versehen. Aus einer Entfernung von 300 Metern wurde die Munition gezündet. „Es hat alles gut geklappt“, bilanziert Tribanek. Die Sprengung muss der Bauherr bezahlen. Der Neptun-Werft entstanden Kosten von 100 000 Euro.

Als die Polizei abgerückt war, kamen Anwohner, die von der Sprengung erfahren hatten. Sie wollten gucken, ob noch etwas zu sehen ist. Jetzt kann der Bau der knapp 140 Meter langen und 56 Meter breiten Halle beginnen. Die Baugenehmigung liegt seit über einer Woche vor, die Aufträge für Tiefbauarbeiten sind vergeben.

Die Neptun-Werft Warnemünde will mit dieser Halle die Produktivität beim Bau von großen Schiffsteilen erhöhen. Die jetzige Halle hat Tore mit einer Breite von 39,50 Metern. Damit stößt das Unternehmen beim Bau der Aida-Schiffsteile mit Überbreite an Grenzen. Die neue Halle soll Frühjahr 2018 fertig sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen