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Lokales

23. November 2017 | 12:39 Uhr

Rostock will Danke sagen

vom

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erstellt am 25.Jan.2011 | 07:36 Uhr

Rostock | Seit 50 Jahren engagiert sich der 68-jährige Manfred Sinnhöfer für den Judosport und dessen Nachwuchs- freiwillig und ehrenamtlich. Mehr als sechs Stunden in der Woche und zwei Wochenenden im Monat ist er für seine Schützlinge Trainer und Ansprechpartner. Nun soll sein Einsatz und der von zahlreichen anderen Rostockern mit der sogenannten Ehrenamts-Card gewürdigt werden. Eine Auszeichnung, mit der die Hansestadt nicht nur ihren Dank ausdrücken will, sondern gleichzeitig auch Vergünstigungen in verschiedenen Einrichtungen als Art Entschädigung einräumt.

Die Bürgerschaft berät am kommenden Mittwoch über die Einführung der Karte. Sie hatte Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) am 9. Juni 2010 damit beauftragt, bis zur Sitzung am 2. Februar, ein Konzept zur Ehrenamts-Card vorzulegen. Mit Hilfe von Zugangskriterien sollen die unterschiedlichen Arten von ehrenamtlichen Tätigkeiten berücksichtigt werden. Derzeit sind mögliche Vergünstigungen in städtischen, kulturellen, sozialen und privaten Einrichtungen, sowie Gutscheine oder Freikarten für die Besitzer vorgesehen. So sollen zum Beispiel die Eintrittsgelder in Museen, im Zoo oder im Kino für Menschen, die ehrenamtlich arbeiten, ermäßigt werden.

Zur Diskussion stehen außerdem Rabatte bei den Fahrpreisen der öffentlichen Verkehrsmittel in Rostock. Diese wünscht sich vor allem Heinz Käkenmeister, Präsident des Seniorenbeirates. "Viele der Senioren sind in anderen Stadtteilen ehrenamtlich tätig", sagt Käkenmeister. Aufgrund der geringen Renten bleibe bei vielen nach allen Abzügen nur ein kleiner Teil zum leben übrig, der dann durch die hohen Fahrkosten extrem beansprucht werde. "Wenn die geplanten Erhöhungen kommen, sieht es noch schlechter aus", so der Präsident des Beirates.

Das Konzept beinhaltet die Prüfung für die Ausgabestelle der Karte bis Mitte 2011. Diese soll auch eine Statistik über die vergeben Karten führen und somit Aufschluss über das lokales Engagement in den kommenden Jahren geben. Somit sei auch eine Anpassung der Zusatzkriterien möglich.

Der Judotrainer Manfred Sinnhöfer begrüßt die Idee der Stadt. "Durch die Würdigung gelingt es vielleicht, junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern", sagt er. Von den ehemals sechs Judo-Trainern des Polizeisportvereins sind heute nur noch drei übrig. Sinnhöfer und ein weitere Kollege sind weit über 60. Der Dritte im Bunde ist Frank Bieske. Der 18-Jährige sei mitten in der Ausbildung und nur begrenzt einsetzbar. "So sieht es leider in den meisten Sportvereinen aus", sagt Sinnhöfer.

Auch wenn es keine Förderung durch die Stadt geben wird, will der 68-Jährige seiner Tätigkeit in der Nachwuchsförderung treu bleiben. "Meinen Jahrgang aus dem Jahr 2000 werden ich noch bis zum Ende begleiten", sagt er. Ob er dann komplett auf das Ehrenamt verzichten kann, weiß Sinnhöfer noch nicht. "Es liegt mir einfach am Herzen."

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