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Lokales

18. November 2017 | 01:51 Uhr

Rostock will bessere Pflege-Beratung

vom

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erstellt am 24.Okt.2010 | 07:22 Uhr

Rostock | Die Bürgerschaft will eine zentrale Anlaufstelle für Pflegebedürftige und Angehörige in Rostock schaffen. Die SPD hat jetzt einen Vorschlag für einen so genannten Pflegestützpunkt vorgelegt. Danach soll es eine zentrale Anlaufstelle mit kompetentem Betreuungsangebot und konkreter Hilfe bei der Beantragung von Leistungen geben. "Für pflegebedürftige Menschen ist der Weg ins Heim oft nur eine Notlösung, weil der Überblick im Dschungel aus Behörden und Anbietern fehlt", sagt Rainer Albrecht, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Da solle der Pflegestützpunkt ansetzen.

Hintergrund des Vorschlags ist auch der Rechtsanspruch, den jeder Pflegebedürftige auf Hilfe durch einen Pflegeberater hat - und zwar schon seit dem 1. Januar 2009. Eine Möglichkeit, wie der gewährleistet werden kann, ist der Aufbau eines Pflegestützpunktes. Für das Vorhaben, einen solchen in Rostock einzurichten, signalisierten mehrere Fraktionen bereits ihre Zustimmung. So ist es aus Sicht des CDU-Fraktionschefs, Prof. Dr. Dieter Neßelmann, sinnvoll, eine Beratungsstelle zu schaffen, weil sie Betroffenen helfen kann, den Gang ins Pflegeheim erst einmal zu vermeiden. Auch Grünen-Fraktionschef Johann-Georg Jaeger begrüßt das Vorhaben. Er weist darauf hin, dass die Anzahl der Pflegeplätze in Rostock in den vergangenen Jahren massiv zugenommen habe. Seine Fraktion will das Vorhaben jetzt prüfen und dabei Kosten, Aufwand und Finanzierungsmöglichkeiten im Blick haben.

Für den Vorsitzenden des Sozial- und Gesundheitsausschusses, Dr. Wolfgang Nitzsche (Linke), steht der Finanzierungsaspekt erst an zweiter Stelle. Der wichtigste Punkt aus seiner Sicht: "Der Bedarf an individueller Beratung in Rostock ist vorhanden. Dehalb sollten wir handeln. Wenn es beispielsweise um die Betreuung Demenzkranker geht oder auch wenn ambulante Pflege infrage kommt, macht sich ein zentraler Pflegestützpunkt bezahlt." Nitzsche betont, dass es dabei aber vor allem auf Neutralität ankomme. Auch Rolando Schadowski von der FDP-Fraktion fordert in erste Linie Unabhängigkeit von Interessen einzelner Pflegediensterbringer oder Kassen.

Nach Vorstellungen der SPD soll das Projekt spätestens im Frühjahr 2011 Wirklichkeit werden. Schließlich gebe es neben der Förderung durch das Sozialministerium auch bis zu 50 000 Euro Anschubfinanzierung vom Bund. Wenn Rostock davon profitieren will, muss das Geld bis spätestens Juni 2011 abgerufen werden. Der Vorsitzende im Gesundheitsausschuss Nitzsche hält eine Beteiligung der Stadt an den Kosten für sinnvoll. "Schließlich kann Rostock auch von vernünftiger und effizienter Beratung profitieren und Einsparungen erreichen", sagt er. Denn bei mittellosen Pflegefällen müsse ohnehin die Kommune einspringen.

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