Rostock vor dem Dauerstau

 Heiko Tiburtius, Leiter des Tiefbauamts
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Heiko Tiburtius, Leiter des Tiefbauamts

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02. April 2010, 05:21 Uhr

Rostock | Zwischen Ostersonntag und Dienstag, 6. April, gibt es auf der A 19 Höhe Krummendorf einen Vorgeschmack auf das, was Rostocks Osten bis Oktober bevorsteht: Stau. Jeweils zwischen 23 und 6 Uhr wird die Autobahn komplett gesperrt, damit Bauarbeiter den nördlichen Brückenteil über die Hafenbahn abreißen können. Der südliche folgt im kommenden Jahr. Das Bauwerk soll bis Ende 2011 für zwölf Millionen Euro neu errichtet werden.

Die Arbeiten am eigentlichen Nadelöhr, der Vorpommernbrücke, starten dann am Dienstag gegen 8.30 Uhr. "Wir lassen den Frühspitzenverkehr noch rollen, danach wird eine Stahlleitwand errichtet und die Beschilderung geändert", sagt Heiko Tiburtius, Leiter des Tief- und Hafenbauamts. Ab dann wird die Brücke bis Ende Oktober in jede Richtung nur noch auf einer Spur befahrbar sein. Stau ist vorprogrammiert. Zumal neben der A 19 auch die Strecke Mühlendamm/Tessiner Straße nur eingeschränkt befahren werden darf. "Dort kann kein zusätzlicher Verkehr aufgenommen werden", sagt Tiburtius. Grund dafür ist die sanierungsbedürftige Schleusenbrücke. Sie kann derzeit nur einspurig in jede Richtung mit Tempo 30 überquert werden und soll bis spätestens 2012 repariert werden. Andernfalls droht ein Ersatzneubau.

Deswegen appelliert der Tiefbauamtschef an die 8000 bis 10 000 Pendler aus dem östlichen Umland, sich frühzeitig Ausweichmöglichkeiten zu überlegen. "Am ehesten sollten sie auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen", sagt Tiburtius. Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) hat sich auf die Ausnahmesituation eingestellt, neue Automaten und Anzeigetafeln angebracht. Außerdem beraten Mitarbeiter am Haltepunkt Dierkow die unerfahrenen Passagiere in den ersten beiden Wochen der Baumaßnahme. Falls die Kapazitäten der RSAG während des Berufsverkehrs nicht ausreichen, werden zwei zusätzliche Straßenbahnen über die Wendeschleife im Dierkower Kreuz eingesetzt.

Außerdem wurde bereits am vergangenen Mittwoch eine zusätzliche Busspur über die Tessiner Straße eingerichtet. Falls dennoch das eigene Auto bevorzugt wird, rät Tiburtius dazu, den äußeren Tangentenring über die A 20, Abfahrt Rostock Südstadt, zu nutzen. Diese Strecke wäre mit den vielen zusätzlichen Fahrzeugen allerdings überlastet - über die Vorpommernbrücke rollen gewöhnlicherweise 46 000 Autos am Tag.

Die geplante Sanierung eines weiteren Teilstücks der L 22 am Stadthafen hat das Tief- und Hafenbauamt auf die Zeit nach der Hanse Sail verschoben. "Vorher macht es keinen Sinn, weil viele Fußgänger und Touristen kommen werden", sagt Tiburtius. Außerdem bestehe noch Planungsbedarf für das Vorhaben, für dessen Finanzierung über den kommunalen Haushalt bisher die endgültige Zustimmung fehlt. Wie die Vorpommernbrücke soll aber auch das Teilstück bis Ende Oktober fertig gestellt sein. Das ist unter anderem auch nötig, weil im kommenden Jahr die Schleusenbrücke am Mühlendamm saniert werden soll. Ebenfalls gebaut wird an der Hinrichsdorfer Straße. Seit dem 26. März wird sie auf vier Spuren erweitert, um das Güterverkehrszentrum (GVZ) an die A 19 und damit an den Überseehafen anzubinden.

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