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Lokales

24. August 2017 | 01:25 Uhr

Rostock: USA holen sich Windkraftwissen

vom

Rostock/Karlsruhe | Pünktlich zur Rostocker Tagung, bei der sich europäische und amerikanische Experten über gemeinsame Projekte bei der Nutzung von Windenergie entlang der Küstenstreifen austauschen wollen, kommt von hoher See die gute Nachricht: Im ersten kommerziellen Windpark in der Ostsee ist gestern die letzte der 21 Turbinen installiert worden.

Wie Werner Götz, Geschäftsführer beim Betreiber EnBW Ostsee Offshore GmbH berichtet, sind damit die schwierigsten Arbeiten für den Windpark "Baltic 1" vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst abgeschlossen. Ende des Jahres könne wie geplant der erste Strom aus dem rund 150 Millionen teuren Windpark ins Netz eingespeist werden.

Die US-Amerikaner sind nach Worten von Maureen Bornholdt, die beim US-Innenministerium unter anderem für die Planung von Offshore-Windparks zuständig ist, nach Rostock gekommen, um vom Know-how der Experten in MV zu profitieren. In fünf der 13 Ostküsten-Staaten würden derzeit Offshore-Projekte geplant. Die Bundesstaaten seien damit schneller als die Planungen der US-Regierung in Washington. "Also, schauen wir nach Deutschland, wie ist dort die Zusammenarbeit von Bund und Ländern oder bei den Genehmigungsverfahren", so Bornholdt.

Die USA könnten dabei auf allen Gebieten lernen, von der Technologie über die Verbindung zu Umwelt- und Naturschutz bis hin zu den nötigen Verwaltungsvorgängen. Eine US-Delegation war gestern im Rostocker Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie, das auch für die Genehmigung von Windparks zuständig ist.

Nach jahrelanger Debatte hatte Innenminister Ken Salazar im April grünes Licht für den ersten US-amerikanischen Meeres-Windpark gegeben. Das Projekt mit 130 Windturbinen soll vor der Küste der Halbinsel Cape Cod im Bundesstaat Massachusetts entstehen. Die USA wollen nach Worten von Bornholdt bis zum Jahr 2030 einen Anteil der Windenergie an der Gesamtstromproduktion von 20 Prozent erreichen.

Auch der Verein Wind Energy Network Rostock sieht für deutsche Unternehmen gute Chancen, vom beginnenden Boom der Windkraft auf hoher See in den USA zu profitieren. US-Firmen hätten großes Interesse, da die Entwicklung in Europa etwa fünf Jahre weiter sei als in Nordamerika, so der Vereinsvorsitzende Iffländer. "Wir sehen hervorragende Entwicklungspotenziale", sagt Iffländer. Nach Worten von Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) hat sich Mecklenburg-Vorpommern auf dem internationalen Windenergiemarkt etabliert. Im Nordosten arbeiten in mehr als 40 Windkraftunternehmen etwa 3800 Menschen. Er gehe davon aus, dass bis zum Jahr 2020 rund 20 000 Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen können - "und die wollen wir haben".

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erstellt am 02.Sep.2010 | 07:53 Uhr

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