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Lokales

26. September 2017 | 16:28 Uhr

Rostock unter Regenbogenflagge

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jul.2011 | 07:35 Uhr

Rostock | Es ist kein Ausruf und auch keine Frage: Das diesjährige Motto des Christopher Street Day (CSD) heißt "Gleiche Liebe - Gleiche Rechte!?" und zeigt, dass längst nicht alle Fragen der sexuellen Gleichberechtigung geklärt sind. Bevor am 16. Juli zum CSD wieder ein bunter Demonstrationszug durch Rostocks Innenstadt zieht, startet heute die einwöchige "Hansegay-Kulturwoche". Neben Vorträgen und Diskussionen zu Themen wie "Homo-Ehe" umfasst die Kulturwoche der besonderen Art auch mehrere Buchlesungen und Feierlichkeiten in den Abendstunden.

Ein ganzes Jahr lang planten und organisierten Christian-Arne Schneider, Jacqueline Prinz und Stephan Kröger vom Rostocker Verein Rat und Tat mit unzähligen Helfern die diesjährigen Veranstaltungen zur Kulturwoche und den CSD. Ganz besonders freuen sich die drei darüber, dass heute erstmalig sieben Regenbogenfahnen am Rathaus gehisst werden. Schneider sagt: "Das symbolisiert Rostocks Offenheit und Vielfältigkeit." Trotzdem gibt es auch hierbei einen Kritikpunkt, denn die Fahnen sollen nur neben und nicht direkt vor dem Rathaus wehen.

Kundgebung auf dem Neuen Markt

Warum das so ist, soll heute Nachmittag bei einer Fragerunde mit Rostocks Kommunalpolitikern geklärt werden. Darüber hinaus sollen sie sich auch dazu äußern, ob sie eine Unterstützung lesbisch-schwuler Projekte in der Stadt für sinnvoll halten.

Eine wichtige Verbündete im Kampf um die Gleichberechtigung haben Rostocks Homosexuelle in Manuela Schwesig gefunden, Mecklenburg-Vorpommerns Minsiterin für Soziales und Gesundheit. Als Schirmherrin des CSD Rostock ist sie der Auffassung, dass sich die rechtliche Situation für Homosexuelle zwar verbessert hat, jedoch eine Gleichberechtigung noch nicht erreicht ist. Schwesig sagt: "Familien sind heute so bunt, wie das Leben und können nicht mehr auf das klassische Mutter-Vater-Kind-Modell reduziert werden."

Der CSD in Rostock am 16. Juli soll das große Finale der "Hansegay-Kulturwoche" sein und ein Umdenken in der breiten Öffentlichkeit bewirken.

Die Demonstranten kritisieren unter anderem, dass das deutsche Lebenspartnerschaftsgesetz homo- und heterosexuellen Ehen bisher nicht gleichstellt. Ab 13 Uhr beginnt das bunte Treiben mit einem Straßenfest auf dem Neuen Markt. Bevor der eigentliche Demostrationszug um 15 Uhr von dort aus startet, treffen hier Politiker aus dem Landtag zusammen, um noch einmal öffentlich über das Thema Gleichberechtigung zu diskutieren.

Die Route der Demonstranten führt in diesem Jahr vom Neuen Markt aus über den Universitätsplatz, die Lange Straße und dem Grünen Tor bis zur August-Bebel-Straße, wo sie wenden und den Rückweg antreten. Um 17 Uhr gibt es die große Kundgebung der Demo auf dem Neuen Markt. Eine anschließende Schweigeminute soll dann an alle Homosexuellen erinnern, die an Aids verstorben sind. "Für jeden einzelnen wollen wir einen Luftballon in den Himmel steigen lassen", sagt Mitorganisator Kröger. Nach diesem sehr ernsten Teil des CSD soll es ab 17 Uhr wieder lustig und bunt mit dem Straßenfest weiter gehen, wo auch in diesem Jahr auch wieder Miss und Mister CSD gesucht werden.

>> PROGRAMM: Kulturwoche

8. Juni:
9.30 Uhr: Fahnenhissung am Rathaus
10 Uhr: Ausstellungseröffnung „10 Jahre CSD Nord“ im Rathaus Foyer
14 Uhr: Fragerunde mit Kommunalpolitikern im Rathaus

9. Juni:
„Die geheime Party“, Ort und Zeit nach Registrierung: www.diegeheimeparty.de

8. bis 10. Juli:
Jeweils 18-21 Uhr: Gay Fetisch-Meeting, Luisenstraße 11

11. Juli:
20 Uhr Aids-Quiz, bsieben, Burgwall 7

12. Juli:
20 Uhr Lesung Friederike Harriet Wenner, Durchbruch, Schröderstraße 7

13. Juli:
14 bis 18 Uhr Tag der offenen Tür im Rat und Tat, Leonhardstraße 20
20 Uhr Claudi’s Musikquiz, bsieben, Burgwall 7

14. Juli:
18 Uhr: Tag der offenen Tür nordic-stean Sauna, Badstüberstraße 3
20 Uhr:Lesung Karen-Susan Fessel, Durchbruch, Schröderstraße 21
21 Uhr:Sommertreiben, Heumon, Hermannstraße 36

15. Juli:
18 Uhr Grillfest CSD feat. Planbar, Leonhardstraße 20
19 Uhr: Lesung Ulrike Nolte , Durchbruch, Schröderstraße 21
20 Uhr: Lesung Rainer Vollrath, Galerie Arppe, Heiligengeisthof 45
21 Uhr: CSD Frauenparty, Durchbruch, Schröderstraße 21

>> HINTERGRUND: New Yorker Protest

Der Christopher Street Day (CSD) ist eine jährliche Gedenkveranstaltung an die Aufstände von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Willkür der Polizei in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969. In Rostock wird der CSD in diesem Jahr zum neunten Mal gefeiert. Die Demonstranten wollen die Öffentlichkeit auf die fehlende sexuelle Gleichberechtigung aufmerksam machen und mehr Toleranz einfordern.


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