Rostock im China-Fieber

Gerhard Schröder
Gerhard Schröder

Vom 22. August bis zum 4. Oktober geht es in Rostock fernöstlich zu: Sechs chinesische Künstler stellen in der Kunsthalle Rostock ihre zeitgenössischen Werke aus. Zur Eröffnung am Freitag wird Altkanzler Gerhard Schröder erwartet.

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19. August 2009, 08:38 Uhr

Rostock | Glasuren in traditionell bunten Farben stehen den Formen westlicher Produkte gegenüber: Die Ausstellung "China total" zeigt ein ganz neues, modernes Bild chinesischer Kunst.

Am Freitag wird die Ausstellung in der Kunsthalle Rostock im Beisein von Exbundeskanzler Gerhard Schröder und Ministerpräsident Erwin Sellering (beide SPD) offiziell eröffnet. Bis dahin laufen die umfangreichen Aufbauarbeiten. Bereits gestern waren zwei der sechs ausstellenden Künstler in der Kunsthalle anwesend, um beim Aufbau dabeizusein. Huang Min hat Malerei und Ma Jun Bildhauerei studiert. Heute sind beide international angesehene, zeitgenössische Künstler.

Automodell durch Fenster in den Innenraum getragenZu einem der Höhepunkte der Ausstellung gehört das Automodell "Porcelain Car", das aus Fiberglas besteht und von einem Metallgerüst gehalten wird. Der Schöpfer dieses Kunstwerks ist der Bildhauer Ma Jun. "Da das Modell zu groß für die Tür war, musste das Kunstwerk gestern durch zwei große Fensterfronten getragen werden", so Kurator der Ausstellung, Ulrich Ptak. Am Ende ist alles gut gegangen. Die Fensterfronten sind wieder eingebaut und das Automodell steht an seinem Platz. Ptak sagt lächelnd: "Ich bin so stolz."

Vom 22. August bis 4. Oktober können sich Besucher in die fernöstliche Kultur entführen lassen. Die Werke verbinden traditionelle chinesische Elemente mit westlichen Einflüssen. Gerade in den Werken Ma Juns lässt sich diese Verbindung besonders gut erkennen. Seine Arbeiten haben die Formen von Fernsehern, Autos, Colaflaschen oder Kassettenrecordern und sind mit Blumen, Drachen oder bunten Mustern verziert. Die Plastiken sehen wie traditionelles chinesisches Porzellan aus. Ma Jun selbst bezeichnet seine Kunstobjekte als Pop Art.

Die Malerin Huang Min stellt in ihren Gemälden den Einzelnen in der Gruppe dar, wobei sie kritisch auf die Konsumgesellschaft blickt. Individuen treten aus den gemalten Menschenmassen hervor. Oft befinden sich die dargestellten Personen nicht in Aktion, sondern in verharrenden, wartenden Positionen.

Großer Besucherandrang erwartetKurator Ptak erwartet bis Anfang Oktober einen großen Besucherandrag in der Kunsthalle. Die Ausstellung "China total" zeigt Kunstobjekte aus einer in Deutschland noch befremdlichen Kultur, die zunehmend westliche Einflüsse integriert. Besucher können sich Ptaks Angaben zufolge auf eine besondere Mischung aus Tradition und Moderne freuen.

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