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Lokales

12. Dezember 2017 | 03:49 Uhr

Rostock hat noch viel Platz für Solarzellen

vom

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2011 | 08:23 Uhr

Rostock | Startschuss für das Energiebündnis Rostock: Gestern haben Vertreter der Stadt und von Rostocker Unternehmen die Gründungsurkunde für das Bündnis unterzeichnet. Ihr Ziel ist die Energiewende in der Hansestadt, also die Umstellung auf erneuerbare Energieträger. Zu den Erstunterzeichnern zählen neben Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) als Vertreter der Stadt auch Eurawasser, die Stadtwerke, die Rostocker Straßenbahn AG, die Stadtentsorgung, die Wiro und der Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL). Die Universität und der Agenda 21 Rat werden später dazukommen.

Die Ergebnisse zweier Forschungsprojekte zum Thema Energie wurden bei der gestrigen Gründungsveranstaltung präsentiert. Darunter eine Solarpotenzialanalyse für Rostock, die die Stadtwerke in Auftrag gegeben hatten. "Wir haben untersucht, wieviel Fläche auf Rostocker Dächern vorhanden ist, die für Fotovoltaik oder Solarthermie genutzt werden kann", sagt Dr. Peter Lieckfeldt von der Neubrandenburger GTA Geoinformatik GmbH. Dazu verwendete er ein 3D-Modell der Stadt, in dem vom Einfamilienhaus am Stadtrand über Plattenbaugebiete bis hin zum Kirchturm in der Altstadt jedes Gebäude erfasst ist. Das Ergebnis seiner Studie ist eine beeindruckende Zahl: 5,35 Millionen Quadratmeter sind in luftiger Höhe für Fotovoltaik-Anlagen gut geeignet. Das sind 63 Prozent der gesamten Dachfläche Rostocks. Weitere 15 Prozent sind geeignet. Damit könnte ein Stromertrag von 830 Gigawattstunden pro Jahr erzielt werden. Noch höher ist nach Lieckfeldts Untersuchung das Potenzial für Solarthermie. 93 Prozent der Dächer sind demnach gut geeignet, weitere 5,5 Prozent sind geeignet.

Dass Wohnhäuser in Rostock einen geringeren Wärmebedarf haben als Nicht-Wohngebäude, zeigt eine weitere Studie. Der Geograf Michael Busch von der Technischen Universität München und der Universität Greifswald stellte gestern eine Untersuchung vor, in der er unter anderem den Sanierungsstand von Rostocker Gebäuden erfasst hat. Ergebnis: Der Bedarf an Heizwärme liegt in Rostocks Wohnhäusern bei insgesamt rund 590 Gigawattstunden pro Jahr. Alle anderen Gebäude brauchen zusammen knapp über 600 Gigawattstunden. "Ein nächster Schritt könnte die Ermittlung von Einspar-Potenzialen sein", sagt der Doktorand.

Daran will das Energiebündnis Rostock anknüpfen. Nach Vorstellungen des städtischen Umweltamts soll ein Beirat im Mai damit beginnen, weitere konkrete Schritte zur Energiewende zu planen.

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