Rostock feilt an Sailkonzept

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28. Juli 2010, 08:02 Uhr

Schwerin/Rostock | Zusätzliche Taucher der Landespolizei, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Berufsfeuerwehr sollen bei der diesjährigen Hanse Sail in Rostock für noch mehr Sicherheit sorgen. Nach der Loveparade-Tragödie in Duisburg am vergangenen Sonnabend haben die Organisatoren des Segler treffens gestern ihr Sicherheitskonzept mit Vertretern von Stadtverwaltung, Polizei und Sicherheitsdiensten noch einmal durchgesprochen und ergänzt. Das teilten die Veranstalter mit. Auch ein Unglück wie bei der Sail 2009, als ein 44-jähriger Mann ins Hafenbecken stürzte und ertrank, soll sich nicht wiederholen.

Behördenübergreifend im Einsatz

Die Hanse Sail ist eines der größten Traditionsseglertreffen der Welt. Zu dem maritimen Spektakel vom 5. bis 8. August werden insgesamt mehr als eine Million Besucher erwartet. Nach den bisherigen Erfahrungen gilt das Treffen als unproblematische Veranstaltung.

Dennoch: "Wir werden als gebündelte Kräfte behördenübergreifend im Einsatz sein", erklärte Polizeihauptkommissar Helmut Krämer von der Landespolizei gestern. So sei ein effizientes Vorgehen am ehesten zu gewährleisten.

Fußgängertunnel wird bei Bedarf gesperrt

Der Fischereihafen in Marienehe soll laut Hauptkommissar Krämer der zentrale Standort der Taucher in Bereitschaft sein. "Von dort aus lassen sich mögliche Einsatzorte schnell erreichen", erklärte Krämer. Bei der Suche nach vermissten Personen könne man so zügig handeln.

Zu Zeiten mit besonders großem Besucherandrang sollen die Befehlsstellen der Sicherheitskräfte nach Angaben der Veranstalter auch noch verstärkt und enger miteinander vernetzt werden. Die Organisatoren kündigten außerdem an, den Fußgängertunnel in Richtung Warnemünde bei Notwendigkeit zeitweise zu sperren. Ein zusätzlicher Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände am Passagierkai werde eingerichtet.

Auch die Wasserschutzpolizei stockt auf. Unter anderem werden die Beamten von fünf Booten der DRK-Wasserwacht unterstützt. "So wird ein reibungsloser Ablauf des Geschehens auf dem Wasser gewährleistet", sagte Sail-Chef Holger Bellgardt.

Nach dem Feuerwerk am Sonnabend wird die Straße Am Strande zeitweise gesperrt "damit die Besucher das Veranstaltungsgelände sicher verlassen können", erklärte Holger Bellgardt. Eines der größten Szene- und Kulturfestivals in Norddeutschland - das "Fusion" im Müritzkreis - soll auch nach dem Unglück bei der Loveparade weiter auf dem alten Flugplatzgelände stattfinden dürfen. "Das ist von Teilnehmerzahlen und Geländegröße nicht vergleichbar mit den Gegebenheiten in Duisburg", sagte eine Sprecherin des Landkreises Müritz. Rund 60 000 junge Menschen aus ganz Europa werden zu dem Festival erwartet.

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