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Lokales

23. September 2017 | 16:26 Uhr

Demo : Rostock demonstriert gegen Nazis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

NPD-Aufmarsch mit 300 Anhängern in Dierkow / Gegendemonstranten behindern Umzug mit Sitzblockaden

svz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Weitgehend friedlich, aber ereignisreich ist der 1. Mai gestern abgelaufen. Anlässlich der Ermordung des NSU-Opfers Mehmet Turgut vor zehn Jahren standen die 25 angemeldeten Demonstrationen mit rund 2000 Teilnehmern in Rostock unter dem Motto „Nazifrei“. „Schon die Vielfalt der Versammlungsanmeldungen dokumentiert in beeindruckender Weise, dass rechtsradikales Gedankengut in Rostock keinen Platz haben darf“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos).

Um dem angekündigten NPD-Aufmarsch in Groß Klein entgegenzutreten, versammelten sich gestern Vormittag rund 800 Menschen vor dem Klenow Tor. Weitere 300 Radfahrer hatten sich dem Demonstrationszug angeschlossen. „Unser Ziel ist es, friedlichen zivilen Widerstand gegen die Nazis zu leisten“, sagt Claudia Barlen, Sprecherin des Bündnisses „1. Mai – Rostock nazifrei“. Zu einem Marsch durch den Stadtteil kam es jedoch nicht. „Auch das geplante Demokratiefest am Börgerhus wurde uns verboten“, bestätigt Barlen.

Wahrscheinlich um die Anreise der NPD-Demonstranten nach Groß Klein zu verhindern, brannten nach Polizeiangaben mehrere mit Holz beladene Güterwaggons im Bereich Holbeinplatz, woraufhin der S-Bahnbetrieb bis zum Nachmittag eingestellt wurde. Brandstiftung schloss die Polizei nicht aus. Außerdem haben die Einsatzkräfte der Polizei einen sprengstoffähnlichen Gegenstand an der S-Bahn-Strecke gefunden, indem sich eine leicht entzündliche Flüssigkeit befand.

Die NPD-Demonstranten kehrten daraufhin zu ihrer ursprünglich geplanten Route durch Dierkow und Toitenwinkel zurück. Mehr als 300 rechtsradikale Aktivisten marschierten zum Gedenkstein des NSU-Opfers. Eine daraufhin angemeldete Gegendemo sollte es im Bereich der Holzhalbinsel und Dierkower Kreuz geben.

Angerückte Wasserwerfer und Räumpanzer verhinderten vorerst, dass die beiden Lager aufeinandertrafen.

Diejenigen, die es trotzdem nach Dierkow schafften, stellten sich den NPD-Anhängern mit Sitzblockaden in den Weg. Die Rostocker Polizei rief unterdessen über Twitter zu einem friedlichen Protest auf. Grund dafür war auch, dass ein Unbeteiligter in der Gutenbergstraße durch einen Steinwurf verletzt wurde. Die Einsatzkräfte räumten anschließend die Sitzblockaden der 50 Gegendemonstranten, sodass die rechtsextremen Aktivisten ihre Route fortsetzen konnten.

Weitaus ruhiger ging es bei dem Demonstrationszug des Deutschen Gewerkschaftsbundes zu. Vom Werftdreieck machten sich die Teilnehmer auf in Richtung Kastanienplatz, wo sich in einer Kundgebung vor 2000 Menschen Markus Fuß von der Verdi-Bundesvorstandsverwaltung gegen den Aufmarsch der NPD aussprach.

Außerdem warb der Pastor der Innenstadtgemeinde, Tilman Jeremias, bei einer Friedensandacht in der Petrikirche für eine offene Gesellschaft. Der 1. Mai sei ein Feiertag für Familien und Gewerkschaften und werde von den Rechtsextremisten für ihre Zwecke missbraucht.

 

 

 

 

 


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