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Lokales

17. Oktober 2017 | 11:31 Uhr

Rohrbruch: Gartenstraße geflutet

vom

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2010 | 07:51 Uhr

Warnemünde | Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist gestern ein Rohr an der Ecke Richard-Wagner-/Gartenstraße gebrochen. Stand am 9. Juli die Richard-Wagner-Straße unter Wasser, so traf es gestern die Gartenstraße. Und wieder nahm das Ereignis scheinbar unbemerkt in den frühen Morgenstunden seinen Lauf.

Die meisten Anwohner der Gartenstraße liegen noch in ihren Betten, als gegen 5.30 Uhr ein Bäckereifahrzeug vor der nur wenige Meter entfernten Kindertagesstätte "Strandmuschel" hält. Der Fahrer steigt aus und erzählt bei der Übergabe des frischen Brotes von Wassermassen, die ungehindert aus der Erde dringen. Birgit Porda, die jeden Morgen als erste Mitarbeiterin in der Einrichtung ist, greift kurzentschlossen zum Telefon und alarmiert das Brandschutz- und Rettungsamt.

Kurz vor 6 Uhr trifft die Meldung dort ein, woraufhin ein Tanklöschfahrzeug aus der Lütten Kleiner Feuerwache 2 ausrückt. "Unsere Kollegen haben sofort reagiert, als sie das auf dem Grundstück Richard-Wagner-Straße 52/Ecke Gartenstraße sprudelnde Wasser sahen. Sie sperrten den Schieber ab, so dass das Nass gestoppt werden konnte", sagt Brandamtmann Frank Konarski. Viel Wasser gesammelt hatte sich im Keller der Gartenstraße Nummer 4. Doch ein Auspumpen war nach dem Abschiebern nicht mehr notwendig, weil das Nass über die Hausentwässerung verschwand. Der entstandene Schaden, so der Mitarbeiter im Führungsdienst des Brandschutz- und Rettungsamtes, sei nicht schätzbar. Während des Einsatzes wurde unverzüglich die Eurawasser Nord GmbH informiert.

Versorgungswagen für die Kita Strandmuschel angerückt

Rund 350 Kubikmeter Wasser haben sich gestern in die Gartenstraße ergossen, weil ein fast 40 Jahre altes Rohr mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern, das aus Asbestzement besteht, gebrochen ist. "Unsere Kollegen waren keine halbe Stunde nach dem Eingang der Information vor Ort, haben einen Rohrstrang abstellen müssen", sagt Eurawasser-Sprecherin Gabi Kniffka. Damit sind die Häuser Richard-Wagner-Straße 52 und 53 b bis in den Nachmittag hinein von der Versorgung aus dem Hahn abgeschnitten. Für sie stellt das Unternehmen einen Wasserwagen auf den ohnehin gesperrten Fußweg. Damit das Leben der Lütten in der Kindertagesstätte Strandmuschel seinen geregelten Gang gehen kann, wird mittels einer Leitung von einem Tankwagen eine Notversorgung gewährleistet. "Eurawasser hat sehr schnell reagiert", sagt Sylke Fitze. Die Strandmuschel-Leiterin und ihr Team haben keinerlei Einschränkungen registriert. "Der Druck ist so stark, dass wir sogar unseren Geschirrspüler und die Waschmaschine betreiben können", sagt Fitze.

Der Schreck ist Gert Kühne gestern mächtig in die Knochen gefahren. "Am 9. Juli sprudelte das Wasser auf unserem Grundstück. Jetzt trifft es den Garten gegenüber. In unserem Keller laufen die Trocknungsgeräte noch immer auf Hochtouren, der Fußboden senkt sich ab. Nicht auszudenken, wenn wir noch mal mit solchen Wassermassen konfrontiert worden wären", sagt der Warnemünder. Wie Eurawasser-Sprecherin Kniffka betont, seien an diesem Leitungsabschnitt über Jahre keinerlei Auffälligkeiten festgestellt worden. Auch wenn die Rohre aus dem Jahr 1971 stammen, sei das kein Grund für Rohrbrüche. Denn solch eine Trinkwasserleitung hat normalerweise eine Lebensdauer von durchschnittlich 60 bis 70 Jahren.

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