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Lokales

25. September 2017 | 20:46 Uhr

Roddan: Turmspitze vor Vollendung

vom

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2011 | 08:55 Uhr

Roddan | Am 26. August ist es soweit: Der Roddaner Kirchturm erhält nach mehr als 30 Jahren wieder seine historische zwiebelförmige Spitze Für diesen Tag ist das Richtfest geplant, die Turmspitze wird auf den Dachstuhl aufgesetzt.

In zwei Tagen entstand auf dem Hof von Zimmermeister Olaf Arndt aus Wittenberge der Rohbau des Herzstückes, das in der gesamten Prignitz einmalig sein dürfte, schätzt die verantwortliche Bauingenieurin Annette Schulze aus Grube. Die abwechselnd konvex und konkav geformte Spitze ist im Durchmesser 2,25 Meter hoch, erklärt Arndt. Schwieriger, weil er ohne Nägel arbeitete, sei der dazugehörige Unterbau gewesen. Er wird auf dem Dachstuhl installiert. Dort thront derzeit ein provisorischer Turm, seit wann er die Kirche schmückt, ist unklar. 1977 zumindest gab es den Zwiebelturm noch.

Zurück zur neuen Turmspitze: Sie ist jetzt bereits vor Ort und wird vom Dachdecker eingedeckt: Die Bauingenieurin macht auf die Biberschwänze aufmerksam. "Jeder einzelne wird von Hand geformt, um ihn der Krümmung des Turmes anzupassen." Einer koste sieben Euro brutto, 70 würden insgesamt benötigt, erklärt sie. Lange habe es gedauert, einen Dachdecker zu finden, der sich dieser Aufgabe annahm, fündig wurde sie in Potsdam. Die Wetterfahne hat die Wirren der letzten Jahrzehnte nicht überlebt. Eine Neue entsteht innerhalb eines Projektes der Jugendbauhütte, das bei den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten angesiedelt ist. Der Verein in Potsdam bildet junge Handwerker für den Denkmalschutz aus. Auch die Wetterfahne wird erst vor Ort montiert.

Für die 103 Einwohner des Dorfes beginnt mit dem Richtfest am 26. August ein neuer denkwürdiger Abschnitt ihrer Kirche. Lutz Knak und Achim Muxfeldt engagieren sich seit Jahren. "Es ist toll, dass es nun doch klappt. Das runde Dach gibt einfach mehr her", sagt Achim Muxfeldt, der in Roddan aufwuchs. Es sei vor allem für die Älteren etwas Besonderes, denn sie kennen das Gotteshaus noch mit dem Originalturm. Steht das Gerüst erst einmal an der Kirche, wollen die Roddaner die Gelegenheit nutzen, die Holzstreben an der Außenmauer neu zu streichen. Das passende Schwarz steht auch schon fest.

30 000 Euro stecken in der Neugestaltung der Turmspitze, finanziert vom Kirchenkreis Pritzwalk-Havelberg, der Sparkasse Prignitz und der Kirchgemeinde. Seit Jahren schon fließt ein Teil der Einnahmen aus den jährlichen Adventsmärkten und aus anderen Veranstaltungen in das Projekt. Dass die Kirche nun auf so positive Weise im Fokus steht, war noch in den 70er Jahren nicht abzusehen. Im Zuge der Eingemeindung in den Nachbarort Legde, sollte die knapp 300 Jahre alte Taufkirche abgerissen werden. Weshalb dies nicht geschah, darüber lässt sich nur spekulieren, sagt Marianne Dieter aus Roddan.

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