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Lokales

18. November 2017 | 00:28 Uhr

Riesentanker löscht im Seehafen

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2010 | 06:03 Uhr

Seehafen | Langsam schleppt sich der Riese vorbei an den zwei Warnemünder Leuchtfeuern. Mit bedacht passiert die "Elisabeth Knutsen" anschließend den Seekanal und die Wendeplatte um sich ihren Weg zum Liegeplatz 03 am Überseehafen zu bahnen. An ihren vorbestimmten Platz wird der Tanker mit drei Schleppern gedrückt.

Mit einer kleinen Verspätung hat gestern Mittag, 11.40 Uhr, im Seehafen Rostock der größte Öltanker festgemacht, der das Gewässer der Hansestadt jemals befahren hat. Mit 265 Metern Länge, 42,5 Metern Breite und einer Bruttoraumzahl von 71 850 gehört das Schiff zu den maritimen Giganten. Insgesamt kann die "Elisabeth Knutsen" 121000 Tonnen Rohöl fassen. Zu Besuch ist der Tanker, um 80 000 Tonnen zu löschen, die es aus dem russischen Primorsk mitgebracht hat. Die übrige Menge Rohöl hat der Meeresriese bereits in Wilhelmshaven gelöscht.

Eigentlich sei der Liegeplatz 03 für Schiffe ausgelegt, die maximal eine Länge von etwa 260 Metern haben dürfen, so Frank Krämer von der Schiffsmaklerei Frachtcontor Junge. Damit der Tanker der norwegischen Reederei Knutsen OAS Shipping trotzdem in Rostock festmachen konnte, wurden die Liegeplätze 01 und 02 aus Sicherheits- und Platzgründen geräumt. "Wir haben nach nautischen Parametern entschieden, dass der Tanker den Hafen anlaufen darf", sagt Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Dabei prüfte das Hafenamt ob die Bedingungen für ein sicheres Anlegen und Liegen an dem Platz gegeben sind. "Es muss ausreichender Abstand zu gefährdeten Stellen gehalten werden", sagt Ruhnke. Auch die Wassertiefe muss für das Schiff, dass einen Tiefgang von 15 Metern hat, ausreichend sein. "Zusätzliche Manövrierhilfen wie Bug- und Heckstrahlruder und die moderne technische Ausrüstung des Tankers waren Ausschlaggebend für die Entscheidung", sagt Krämer.

Nachdem alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, legten Hafenarbeiter und die 25-Köpfige Besatzung los, die Löschung des Shuttle Tankers durchzuführen. Ohne Komplikationen dauere das das Abpumpen der 80000 Tonnen Rohöl voraussichtlich bis heute 16 Uhr, so Bernd Seemann von der Schiffsmaklerei. Anschließend geht es für den Doppelhüllentanker in das dänische Fredericia. Ob und wann die "Elisabeth Knutsen" erneut in den Rostocker Hafen, wo jährlich zwischen drei und vier Millionen Tonnen Flüssiggüter umgeschlagen werden, einlaufen wird, ist bisher unklar.

Als eins von 33 Schiffen, der im norwegischen Haugesund ansässigen Reederei Knutsen baute die Werft Astilleros de Sestao den Frachter im spanischen Bilbao. "Am 24. September 1997 wurde der Tanker unter Flagge von ,Isle of Man übergeben", sagt Krämer. Seinen Heimathafen hat der rote Riese im britischen Douglas.

Die traditionsreiche Reederei kann auf über 100 Jahre Erfahrung zurückblicken. 1896 kaufte das Unternehmen sein erstes Schiff und gehörte dreißig Jahre später bereits zur drittgrößten Reederei Norwegens. Angefangen mit dem Fischfang in der Nordsee, baute das maritime Unternehmen in den frühen 70er Jahren im Bereich des Frachttransportes aus und wird derweil von Trygve Seglem geleitet. Neben den baltischen Ländern, Spanien und Ägypten und versorgt Knutsen heute auch das kanadische Labrador und Neufundland mit Flüssiggütern.

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