Riesenschritt fürs "Zwergenland"

  Durch das umfangreiche Zahlenwerk  des 1. Nachtragshaushaltes   'kämpften' sich die Abgeordneten  auf ihrer Sitzung am  Donnerstag in Vielank.  Herbst
Durch das umfangreiche Zahlenwerk des 1. Nachtragshaushaltes "kämpften" sich die Abgeordneten auf ihrer Sitzung am Donnerstag in Vielank. Herbst

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19. Juni 2010, 01:57 Uhr

Vielank | Es war beileibe kein Kleinkram, den Vielanks Gemeindevertreter am Donnerstagabend zu beraten hatten. Um den 1. Nachtrag zum aktuellen Haushalt der Gemeinde ging es und um eine Prioritätenliste zur Durchführung von Investitionsmaßnahmen. Letztere zu beschließen hatte man nach kurzer Diskussion abgelehnt. Zu vage sei, ob, wann und wenn ja für welches ihrer Vorhaben Fördermittel bereitgestellt werden. Und davon hingen schließlich Rang und Reihenfolge der größeren Investitionen in Vielank und den Ortsteilen ab, die die Gemeinde nicht aus eigenen Mitteln zu finanzieren in der Lage ist.

Was die Vertreter aus Woosmer, Woosmerhof, Hohenwoos, Laupin Schlonsberge, Alt und Neu Jabel, Tewswoos und Vielank wirklich beschäftigte, war der Nachtragshaushalt. Notwendig geworden war der vor allem, weil der Kindergarten-Neubau in Tewswoos doch nicht in Regie der Gemeinde errichtet werden soll, sondern vielmehr das Deutsche Rote Kreuz - Träger der Kita seit Ende der 90er Jahre - bauen wird. Dies sei das Ergebnis der jüngsten Beratung mit Dietmar Jonitz, dem Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, setzte Bürgermeisterin Christel Drewes die Abgeordneten über den aktuellen Stand in Kenntnis.

Die Vertreter zeigten sich einigermaßen überrascht. Immerhin geht die Diskussion um den Ersatzneubau für die Kita, die bei einer Prüfung durch das Landesjugendamt im August letzten Jahres erhebliche Mängel offenbarte und so nicht mehr weiter betrieben werden darf, bald ins zweite Jahr.

Wie Bürgermeisterin Drewes erklärte, hatte die Gemeinde ursprünglich auf Mittel aus dem Konjunkturpaket II gehofft. Als der Landkreis bei seiner Entscheidung das Vielanker Vorhaben jedoch nicht berücksichtigte, war die Enttäuschung groß. Auch weil das DRK signalisiert hatte, wegen des Kita-Neubaus in Boizenburg Tewswoos nicht realisieren zu können und anregte, die Gemeinde solle bauen.

Für die ist das Vorhaben finanziell einige Nummern zu groß, zumal sich der Gemeindehaushalt in der Konsolidierung befindet. Und so wurden in den letzten Monaten etliche Beratungsrunden gedreht, um möglicherweise Mittel aus der Dorferneuerung zu erhalten, beim Landwirtschaftsministerium auf offene Ohren zu stoßen…

Die jetzige Variante, nach der das DRK voraussichtlich im kommenden Jahr selbst bauen wird, kommt Vielank jedoch entgegen. "Der DRK-Geschäftsführer", sagte Christel Drewes, "hatte uns signalisiert, nun doch bauen zu wollen. Doch würden dem DRK die notwendigen Mittel für die Planung fehlen." Da die Gemeinde ohnehin Gelder für den Ersatzneubau im Haushalt eingestellt hatte, hat sie die Möglichkeit, dem DRK diese Sorge abzunehmen und in Vorleistung zu gehen. Einstimmig beschlossen die Abgeordneten am Donnerstag, 100 000 Euro im Nachtragshaushalt für die Kita-Planung einzustellen.

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