Riesendalben kommen per Schiff

Noch herrscht Ruhe an der alten Kaimauer der Zellwolle. Im August werden hier die Pfähle in den Karthanegrund getrieben. Die Dalben kommen per Schiff. Im Hintergrund die Brückendurchfahrt.
Noch herrscht Ruhe an der alten Kaimauer der Zellwolle. Im August werden hier die Pfähle in den Karthanegrund getrieben. Die Dalben kommen per Schiff. Im Hintergrund die Brückendurchfahrt.

Der erste Auftrag für den Elbhafen am Industriegebiet Süd ist vergeben. In Höhe der ehemaligen Kaimauer der Zellstoff- und Zellwollewerke werden sieben Dalben in die Karthane gerammt.

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29. Juli 2009, 08:57 Uhr

Wittenberge | Bei den Dalben, an denen möglichst noch im Oktober das erste Schiff festmachen soll, handelt es sich um mächtige Stahlkonstruktionen. Sie sind 25 Meter lang und haben einen Durchmesser von einem Meter. Ab Mitte August sollen sie in den Flussgrund gerammt werden. Geliefert werden die Dalben per Schiff. Damit sind sie, auch wenn es etwas ungewöhnlich klingt, quasi die erste Fracht für den neu entstehenden Hafen.

In der ersten Ausbaustufe sind laut städtischem Bauamt zwei Anleger vorgesehen. Der Erste wird mit drei Dalben ausgestattet. Hier machen Schiffe fest, die Biodiesel, aber auch andere Stoffe - beispielsweise Getreide - über Pipelines aufnehmen können. Die Rohrtrasse dafür wird oberirdisch über die Böschung geführt. Der zweite Anleger in unmittelbarer Nähe zum ersten ist für Schiffe mit Containerfracht gedacht. Zum Festmachen werden vier Dalben in den Grund getrieben.

Für die jeweils zwei Brückenkonstruktionen pro Anlegesteg, über die die Schiffe zu erreichen sind, müssen außerdem an die 20 Stahlpfähle gerammt werden. Unberührt bleibe bei diesem Vorhaben die Uferböschung, hebt Bauamtschef Hubert Mackel extra hervor.

Noch Zukunftsmusik, aber ins Auge gefasst, ist die spätere Erweiterung der Anlegekapazität um einen dritten Bereich, der vorzugsweise für Schüttgut genutzt werden soll.

Das Industriegebiet Süd zeichne sich durch seinen trimodalen Verkehrsanschluss, also die Erreichbarkeit übers Wasser sowie die Anbindung per Gleis und Straße, aus, sagt der Geschäftsführer der Hafenbetreibergesellschaft Dr. Eckehardt Stübner. Das sei der große Standortvorteil.

Wie das konkret als Baumaßnahme aussieht, erklärt Mackel. Entlang des Stepenitz- und entlang des Karthaneufers werden Gleise verlegt bzw. vorhandene Anlagen ergänzt. Zwischen den Gleisen wird eine Verbindung entstehen, so dass die Züge in gewissem Maße rangierbar sind. Auf der der Karthane zugewandte Seite wird außerdem eine Straße entstehen. Sie soll laut Projekt hinter einer Stützwand entstehen, die das Landesumweltamt als Hochwasserschutz für das Industriegebiet Süd geplant hat. Die Maßnahme war bereits unabhängig vom Hafenprojekt vorgesehen und wird auch vom Umweltamt in Potsdam finanziert.

Die in der vergangenen Woche gegründete Betreibergesellschaft wird die beiden jetzt entstehenden Hafenanleger und ein zirka zwei Hektar großes Areal sowie dazu gehörige Gleisanlagen von der Kommune pachten, sagt Geschäftsführer Dr. Stübner. Insgesamt stünden an dieser Stelle bis zu 15 Hektar Flächen für eine langfristige Hafenentwicklung zur Verfügung, ergänzt er.

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