Rettungsinsel taucht vor Polen auf

<fettakgl>Mit großer Freude und Worten</fettakgl> des Dankes nahm Skipper und Stammgastlieger Herbert Buhk im Kirchdorfer Kommunalhafen aus den Händen von WS-Polizeiobermeister Frank Herrmann (l.) die aufblasbare Rettungsinsel entgegen. Die Sicherheitseinrichtung war ihm an Bord seiner 'Blue Lady'  Anfang Juli nachts gestohlen worden.  <foto>Hans-Jocachim Zeigert </foto>
Mit großer Freude und Worten des Dankes nahm Skipper und Stammgastlieger Herbert Buhk im Kirchdorfer Kommunalhafen aus den Händen von WS-Polizeiobermeister Frank Herrmann (l.) die aufblasbare Rettungsinsel entgegen. Die Sicherheitseinrichtung war ihm an Bord seiner "Blue Lady" Anfang Juli nachts gestohlen worden. Hans-Jocachim Zeigert

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28. Juli 2010, 06:54 Uhr

Wismar/Poel | Am liebsten hätten Herbert Buhk und seine Ehefrau Edith aus Hamburg die beiden Wismarer Beamten der Wasserschutzpolizei zu einem Drink in die Kajüte ihrer "Blue Lady" eingeladen. So groß war jetzt im Kirchdorfer Hafen die Freude, als Hauptkommissarin Nicole Wienke und Polizeiobermeister Frank Herrmann ihnen Diebesgut an Bord zurückbrachten. Dieser Akt der behördlichen Hilfsbereitschaft dürfte allerdings zur Rubrik "einmalig" gehören. Absolute Ausnahme ist dagegen, dass es der Polizei in kürzester Zeit gelang, das Eigentum persönlich zurückzugeben.

Immerhin handelte es sich um eine etwa 40 Kilo schwere, aufblasbare Rettungsinsel mit einem Neuwert von fast 2000 Euro. Darauf hatten es Ganoven bereits am 8. Juli abgesehen. "Wir waren an Bord, haben aber nichts bemerkt, denn die Diebe müssen vom Wasser aus gekommen sein und haben sich absolut lautlos verhalten", vermutet der Skipper. Indessen machten sich zwei Litauer, so das Ergebnis der Ermittlungen, mit ihrem Beutegut auf den Weg in Richtung Polen. Glücklicherweise währte ihre kriminelle "Erfolgssträhne" nicht lange.

Während einer Polizeikontrolle am 11. Juli fiel den Beamten nicht nur der gefälschte Kaufvertrag auf, sondern vor allem die noch vorhandene Registriernummer auf der Rettungsinsel. Die hatten die Hamburger Bootseigentümer glücklicherweise im Logbuch vermerkt und an die Polizei weitergegeben. Damit stand das gestohlene Gut auf den Fahndungslisten.

Doch damit war das Diebesgut noch lange nicht wieder im Besitz der Eigentümer. So landete die Rettungsinsel zunächst im Lager in Frankfurt/Oder. In der Regel erfolgt nun die Rückmeldung, in diesem Fall über die Kripo Wismar, an die Geschädigten. Diese haben sich dann um alle Modalitäten der Rückführung selbst zu kümmern. "Wir wollten aufgrund der besonders schnellen Ermittlungsergebnisse und der Situationsnähe den Instanzenweg etwas beschleunigen", erklärte Stefan Büchner. Der Hauptkommissar und amtierende Inspektionsleiter sorgte gemeinsam mit den beiden ermittelnden Beamten und in Absprache mit der Behördenleitung für eine Lösung. Die gestaltete sich in einer behördenübergreifenden Maßnahme so, dass ein in Frankfurt/Oder wohnender Beamter das nicht ganz leichte Objekt mit zur Bundespolizeischule Neustrelitz nahm. Den Rest der Etappe, und zwar mit Direktlieferung bis an Bord, erledigte Polizeiobermeister Frank Herrmann "Mehr Dienst am Bürger geht wir klich nicht", fand mit reichlichen Dankesworten das Hamburger Ehepaar. Die beiden verbringen seit ihrem Ruhestand jeden Sommer mit ihrem Boot auf Poel. "Wir haben hier längst gute Freunde gefunden und jetzt gehören Beamte der Wasserschutzpolizei auch dazu", betonte der 72-jährige Skipper Buhk.

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