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Feuerwehr Parchim : Retter zwischen Himmel und Erde

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Parchim in diesem Jahr schon mehr als 120 mal ausgerückt – Sogar als Türöffner stark gefordert

„Es war für unsere Frauen und Männer bislang ein ziemlich durchwachsenes Jahr“, so das nüchterne Resümee des Parchimer Feuerwehrchefs Bernd Schröder. Beim Blick ins akribisch geführte Einsatzbuch wird schnell klar: Die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt ist stark gefordert. Bis dato sind 2014 mehr als 120 Einsätze zusammengekommen. Leider besonders folgenreich sind die Löscheinsätze. Erst vor wenigen Tagen, am 5. Dezember, waren 25 Kameraden mitten in der Nacht in die Weststadt geeilt, um dort einen Wohnungsbrand zu löschen (wir berichteten). Zusammen mit Einsatzkräften der Polizei konnten die meisten Mieter rechtzeitig evakuiert werden. Doch für einen Mann kam jede Hilfe zu spät. Ein weiterer wurde schwer verletzt. Anfang November stand ein Fachwerkhaus in der Spieckerstraße/Ecke Rosenstraße in Flammen. Vier Bewohner – eine Frau und drei stark alkoholisierte Männer – wurden gerettet, das Haus ist unbewohnbar. „Diese Einsätze gehen unter die Haut. Es zählt jede Minute und es ist immer wieder aufs Neue eine Bewährungsprobe für das ganze Team“, gibt Bernd Schröder, der seit zwei Jahrzehnten an der Spitze der Parchimer Feuerwehr steht, zu bedenken. Fürs Löschen von 40 Bränden in der Kreisstadt und im Umland waren die Kameraden mehr als 1100 Stunden im Einsatz.

„Leider ist unsere Feuerwehr immer öfter Mädchen für alles“, beklagt Bernd Schröder. Immerhin stehen 701 Stunden in der Rubrik „Technische Hilfeleistungen“ zu Buche. Das es sich dabei vor allem um die Notöffnung von Haus- und Wohnungstüren handelt, überrascht schon sehr. „Es kommt natürlich vor, dass im akuten Notfall nicht auf den Schlüsseldienst gewartet werden kann, doch das sind Ausnahmen. Mitunter hat man den Eindruck, dass die Feuerwehr als preiswerte Alternative herhalten muss“, so Bernd Schröder.

Nicht selten wird die Feuerwehr nach Verkehrsunfällen sowie Gefahrgut- und Ölspurbeseitigungen im Stadtgebiet und darüber hinaus bis zur Autobahn 24 angefordert. Bei diesen 19 Einsätzen kamen insgesamt mehr als 500 Stunden zusammen. Ärgerlich ist, dass 17 Fehlalarmierungen (111 Einsatzstunden) zu unnötigen Belastungen der Frauen und Männer führten.

Zum „durchwachsenen“ Jahr gehören bei den Parchimer Blauröcken auch die außergewöhnlichen Einsätze. Ein Männerquartett wird sicher noch lange daran denken, dass es bei einer Übung im Windpark Parchim-Ost erstmals in der Geschichte der Wehr als Retter bei einer Übung nahezu 160 Meter hinauf ins Maschinenhaus eines Windrades ging. „Das ist eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Höhenrettung ist zwar Neuland, aber nicht zu unterschätzen“, räumt Bernd Schröder ein. Für Aufsehen hat im Frühjahr die Bergung eins hilflosen Hundes aus dem Fischerdammhafen gesorgt. Professionell wie gewohnt konnte der Vierbeiner in letzter Minute vor dem Ertrinken gerettet werden.

Und es gab Grund zum Feiern: Die Parchimer Wehr hatte zu ihrem 120. Geburtstag zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Gleichzeitig blickt der Feuerwehrnachwuchs auf zwei Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit zurück. „Wir haben uns über den Zuspruch sehr gefreut. Das war die beste Werbung für unsere Feuerwehr. Es ist ein gutes Gefühl, dass unser Bürgermeister und die ganze Stadt uns so gut unterstützen“, betont Bernd Schröder.

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