zur Navigation springen
Lokales

20. Oktober 2017 | 18:14 Uhr

Rekord: Nur 8,2 Prozent Arbeitslose

vom

svz.de von
erstellt am 30.Sep.2010 | 08:50 Uhr

Hagenow | Eine Arbeitslosenquote von nur noch 8,2 Prozent, das hat es für den Bereich der Hagenower Geschäftsstelle der Bundesagentur noch nie gegeben. Doch Hagenow hat sich da nur eingereiht in eine Entwicklung, die vor allem auf dem Papier sehr gut aussieht. Spitzenreiter im Land ist Rügen mit einer Quote von nur noch 7,6 Prozent. Selbst im Schweriner Bereich sind viele Geschäftsstellen unter den magischen zehn Prozent geblieben. Grevesmühlen lag bei 7,6, Gadebusch bei 9,1 und selbst in Schwerin rutschte die Quote unter die Marke von zehn Prozent.

Damit kann auch der Landkreis Ludwigslust glänzen, der es mit den traditionell starken Schweriner Randgebieten insgesamt auf 8,2 Prozent brachte.

Zum Vergleich die anderen Zahlen, Parchim lag bei 9,9, Lübz bei 10,1, Sternberg bei 12,6 und Wismar bei 12,9 Prozent.

Diese Zahlen muten fast wie ein Geschenk an die Politik vor dem Tag der Deutschen Einheit an, doch diese gute Entwicklung hatte sich in den vergangenen Monaten schon angedeutet.

Es ist die Herbstbelebung, die neuen Schwung gebracht hat, die Zahl der Arbeitslosen sank im Hagenower Bereich um 156 auf 2872 Personen. Verglichen mit dem Vorjahr sind das 259 weniger. Und die Erwartungen für die nächste Statistik sind noch günstiger, weil der September nach allen bisherigen Erfahrungen für eine weitere Belebung gut ist. Nach Ende der Urlaubssaison und mit Beginn der Ausbildungen sollte sich die jetzt schon wirksame Belebung auch weit in den Oktober hinein fortsetzen.

Allerdings zeigt der zweite Blick, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht ganz so rosig ist, wie es die Zahlen glauben machen wollen. So sind gerade im September etliche Menschen arbeitslos geworden, die zuvor lange in gesicherten Beschäftigungsverhältnissen standen. Zum anderen bemerkt man bei der Bundesagentur für Arbeit auch wieder eine deutliche Zunahme der Zeitarbeit. Für die Arbeitnehmer ein Vorteil, weil sie ihren Arbeitskräftebedarf schnell rauf- aber auch wieder herunterfahren können. Und, die Kurzarbeit ist nach wie vor in der Region präsent, ohne dieses Instrument der Bundesregierung könnten die Zahlen der Beschäftigungslosen deutlich höher liegen.

Vermehrte Nachfrage nach Mitarbeitern gibt es bei Callcentern in den Bereichen Schwerin und Ludwigslust, dagegen ist die Nachfrage im Hotel- und Gaststättengewerbe eindeutig rückläufig. Schwer angesagt sind derzeit auch wieder Metallberufe, hier werden Fachkräfte dringend gesucht und sind dennoch kaum zu bekommen. Neben den Metallberufen, die sich auch als Perspektive für Schulabgänger eignen, werden querbeet Bäcker oder Landwirte gesucht. Noch immer ist es für die Berufswahl besser, wenn man einen Realschulabschluss vorweisen kann. Allerdings führt die aktuelle Situation mit wenigen jungen Leuten auch dazu, dass auch junge Leute mit einem Hauptschulabschluss so langsam bessere Chancen bekommen.

Ein Blick auf die Zusammensetzung der derzeit im Hagenower Bereich registrierten 2872 arbeitslosen Menschen. Nur noch 832 werden direkt von der Bundesagentur betreut, die anderen 2040 Frauen und Männer gehören zum Bereich SGB II oder auch landläufig Hartz IV genannt. Unter ihnen gibt es viele Langzeitarbeitslose und auch viele ältere Menschen, Männer sind mit 53,8 Prozent noch immer stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. Geht man nach den Chancen, die Langzeitarbeitslose und Ältere derzeit auf dem Arbeitsmarkt haben, so dürfte es bald vorbei sein mit den rasch sinkenden Arbeitslosenzahlen. Denn dann werden Stellenangebote und die Lebensläufe der Arbeitssuchenden immer weniger zusammenpassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen