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Lokales

21. November 2017 | 01:54 Uhr

Rehna: Eklat im Langen Haus

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erstellt am 08.Okt.2010 | 08:04 Uhr

Rehna | Die Kommunalpolitik der Stadt Rehna erfährt eine weitere Niederlage. Uwe Seemann (Freie Bürgergemeinschaft Rehna), 2. stellvertretender Bürgermeister und Stadtvertreter, legte am Donnerstagabend sein Mandat nieder. Damit reagierte Seemann auf die aktuelle Politik und einen nicht enden wollenden Streit zwischen Stadtvertretern und dem Klosterverein. "Die Ereignisse in den vergangenen Monaten und Tagen bewogen mich zu diesem Schritt", sagte Seemann. Er sehe momentan kaum eine Chance zur Verbesserung des Klimas. Seemann: "Möge mein Rücktritt zum Nachdenken im Umgang miteinander anregen."

Auf der Sitzung kam es zum Eklat zwischen dem Klosterverein und Stadtvertreter Heinrich Teegen. Letzterer thematisierte in der Bürgerfragestunde die Finanzierung der gemeinsamen Stadt- und Klosterinfo und betitelte Klostervereinsmitglied Burkhardt Schmidt, aufgrund der Tatsache, dass die Stadt die Infostätte mitfinanziert, als teuer bezahlten "Kartenverkäufer", welcher sich "die Taschen voll steckt". Schmidt, dort stundenweise Beschäftigter, wertete diesen Angriff lautstark als "persönliche Beleidigung". Kommunalvertreter Martin Reininghaus versuchte derweil auf sachlicher Ebene, die Bedeutung der für die Region so wichtigen Informationsstätte dem Parlament nahe zu bringen.

Löwitz Ortsteilvertreterin Brunhilde Drewes schlichtete: "Ich schäme mich, so etwas erleben zu müssen." Verein und Stadt seien ein Paket. Aber ohne vernünftige Basis funktioniere eine Bindung nicht. Sie appellierte an die Beteiligten einzulenken: "Wir beschädigen sonst das Ansehen unserer Heimatstadt."

Bürgerin Eike Lüders staunte nicht schlecht, dass ihre Anfrage über die musikalische Ausgestaltung des Martensmannfestes solch verbale Attacken hervorruft. Sie bedauerte, dass Ausrichter Matthias Maack keine musikalischen Darbietungen beim Martensmannfest im Kreuzgang vorsieht und verlangte eine Antwort. Folglich forderte die Vorsitzende des Klostervereins, Eva Doßmann, eine Überarbeitung des Konzeptes zum Stadtfest. Derartige Diskussionen stufte Matthias Maack postwendend als "erneute Stachelei" gegen ein erfolgreiches Konzept ein. Er verwies auf die veränderte Planung in 2010. "Kein Geld", bestätigte daraufhin die Kulturausschuss-Vorsitzende Kornelia Neuhaus-Kühne.

Zufall oder geplant? Die Diskussion gewann jedenfalls an Schärfe. Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg ermahnte den Klosterverein und erinnerte an die getroffene Vereinbarung "Probleme direkt und im Vorfeld zu klären". Oldenburg: "Meine Telefonnummern sind bekannt. Jeden Dienstag gibt es eine Bürgersprechstunde."

Der Streit blieb nicht ohne Ergebnis. Bürgermeister Oldenburg erklärte die Musikbühne im Kreuzgang zur Chefsache: "Am Dienstag reden wir über Finanzierungsmöglichkeiten."

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