Regenbogenfahne erneut gehisst

Jetzt weht die Regenbogenfahne wieder in Boizenburg, nun vor dem Rathaus.  Fotos: Katja Frick
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Jetzt weht die Regenbogenfahne wieder in Boizenburg, nun vor dem Rathaus. Fotos: Katja Frick

Bürgermeister und Gleichstellungsbeauftragte setzten nach Diebstahl ein Zeichen/Regenbogenfahne weht nun mitten in der Stadt

svz.de von
02. Juli 2015, 12:39 Uhr

Nachdem am vergangenen Wochenende Unbekannte die am 22. Juni im Boizenburger Hafen gehisste Regenbogenfahne entwendet haben, weht das Symbol der Schwulen- und Lesbenbewegung nun wieder in der Stadt. Bürgermeister Harald Jäschke und Gleichstellungsbeauftragte Beate Benz hissten die Flagge am vergangenen Dienstag erneut, diesmal direkt vor dem Rathaus, unter den Augen der Stadtverwaltung, der Polizei, der SVZ und der Bürger.

„Ich bin so froh, dass wir gemeinsam entschieden haben, die Fahne vor dem Rathaus neu zu hissen, um ein noch deutlicheres Zeichen für Toleranz und Vielfalt in Boizenburg zu setzen“, sagte Beate Benz der SVZ. „Wir wollten zeigen, dass wir so etwas nicht einfach hinnehmen und dass in Boizenburg viele Menschen leben, die anderer Meinung sind als die Täter.

Mit dem Hissen der Regenbogenfahne im Boizenburger Hafen wollte die Stadt ein Zeichen für die Akzeptanz von Schwulen und Lesben insbesondere auf dem Land und gegen Homosexuellenfeindlichkeit und Homophobie setzen. Gleichzeitig sollte mit der Flagge auf den diesjährigen Christopher-Street-Day in Schwerin am 4. Juli und die bis dahin stattfindenden CSD-Kulturtage hingewiesen werden.

Die Regenbogenfahne vom Hafen wurde nicht nur entwendet, die Täter brachen gleich auch noch den gesamten Fahnenmast aus seiner Halterung und warfen ihn ins Hafenbecken.

„Wir haben Anzeige erstattet“, erklärte Harald Jäschke. „Mit so einer Aktion verunglimpfen die Täter eine ganze Stadt und eine ganze Region. Das müssen sehr dumme Menschen sein. Schließlich ist die Fahne ja auch ein Symbol für Aufbruch, Hoffnung und Veränderung.“ Die aktuelle Diskussion um die „Homoehe“ zeige, dass es viele Ängste in der Bevölkerung gebe. „Wir haben jedenfalls keine Angst“, so Jäschke. „Wir laden alle Boizenburger dazu ein, an ihren Häusern oder in ihren Gärten ebenfalls die Regenbogenfahne zu hissen, um zu zeigen, dass hier in der Mehrheit tolerante Menschen leben.“

Für die SVZ ist die erneute Hissung ein Anlass, um noch einmal auf den Christopher-Street-Day am kommenden Sonnabend in Schwerin hinzuweisen. Um 14 Uhr startet die Parade am Südufer des Pfaffenteichs, anschließend gibt es dort ein Straßenfest. Ab 22 Uhr wird im M8-Klub die Abschlussparty gefeiert.

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