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Lokales

18. Dezember 2017 | 10:12 Uhr

Regen mildert das Raupengift

vom

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2010 | 06:16 Uhr

Gadow | Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners muss eventuell wiederholt werden. Grund ist der Dauerregen am Samstag, informierte gestern Oberförster Holger Galonska. In Perleberg waren beispielsweise 17 Liter pro Quadratmeter gefallen.

Am Tag zuvor hatte die Oberförsterei vom Hubschrauber aus befallene Eichenbestände mit einem Insektizid besprüht, unter anderem Waldbereiche im Gadower Forst sowie Flächen an der Elbe. Auch in der Ortslage Müggendorf und am Bentwischer Wald gab es Einsätze. Die Wetterprognose sei anders gewesen, so Galonska. Freitagmorgen seien für Samstag zwar Schauer angekündigt worden, aber keinesfalls diese intensiven Niederschläge.

Der Regen habe das an den Blättern haftende Insektizid abgespült. "Wir können jetzt noch nicht abschätzen, wie gut das Mittel bis dahin gewirkt hat bzw. ob die Wirkung noch anhält", sagt Galonska. Deshalb soll es am 1. Juni Probefällungen geben, um Rückschlüsse auf die Raupenpopulation ziehen zu können. Dazu werden wie bereits im Winter Experten vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde erwartet.

Sollten die Untersuchungen zeigen, dass die Population noch immer stark sei und großflächiger Kahlfraß befallener Eichenbestände zu befürchten ist, werde erneut gesprüht, kündigt Galonska an. Allerdings nicht mehr auf allen Flächen. Die Gebiete an der Elbe würden keinesfalls besprüht, da ein anderes Insektizid zum Einsatz kommt - Dimilin. Dieses könne Fische schädigen, deshalb sei zu Gewässern ein Mindestabstand von 100 Metern einzuhalten, erklärt Galonska.

Für Bienen, Säugetiere und den Menschen sei Dimilin ungefährlich. Es verhindert bei den Raupen die Chitin-Synthese. Dadurch wird die Häutung verhindert. Raupen, Larven und Puppen sterben ab oder werden zu nicht lebensfähigen Adulten, erklärt der Forstexperte. Die Wirkung des Mittels setzt erst im Übergang zum nächsten Entwicklungsstadium. Daher sei mit Dimilin kein sofortiges Fraß-Ende zu erzielen.

Sollte es zu einem erneuten Einsatz kommen, würde voraussichtlich das Land wieder die Kosten übernehmen. Die Bekämpfung am vorigen Freitag habe rund 15 000 Euro gekostet. Ein zweiter Einsatz sei etwa um die Hälfte billiger, da sich auch die Fläche verringert.

Dass bereits in diesem Jahr nachhaltig die Population des Eichenprozessionsspinners geschädigt wird, sei unwahrscheinlich. Erfahrungen in anderen Gebieten zeigen, dass mehrere Jahre nacheinander gesprüht werden müsse, wie das beispielsweise in der Altmark geschehen sei. Außerdem gebe es in der Prignitz einzeln stehende Bäume, die nicht besprüht werden. Von diesen könnten sich die Raupen erneut ausbreiten, erklärt Holger Galonska. Wird im kommenden Jahr gesprüht, müssten sich die Waldbesitzer an den Kosten beteiligen.

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