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Lokales

20. September 2017 | 12:54 Uhr

Reform gefährdet Brandschutz im Kreis

vom

svz.de von
erstellt am 17.Mär.2011 | 07:32 Uhr

Prignitz | Die Forstreform hat erheblich Auswirkungen auf den Waldbrandschutz in der Prignitz: Durch Stellenstreichung, Zusammenlegen von Revieren und die Schließung der Oberförsterei Pritz walk befürchtet der Landkreis erhebliche Nachteile. "Wir erwarten in der fachlichen Betreuung den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten", sagte Erich Schlotthauer auf der gestrigen Konferenz zum Waldbrandschutz.

Die 20 bestehenden Reviere werden neu zugeschnitten und auf 15 reduziert. Der Kreis werde zwischen den Oberförstereien Gadow und Bad Wilsnack aufgeteilt. Das für die Prignitz zuständige Forstamt Kyritz fällt der Reform zum Opfer, fasst der Kreis-Waldbrandschutzbeauftragte Detlef Richter die feststehenden Konsequenzen aus der Reform zusammen.

Die Folge: Oberförster müssen zusätzliche Aufgaben übernehmen, Revierförster mehr Fläche betreuen. Derzeit seien sie für rund 2200 Hektar zuständig, künftig seien es mehr als 3000 Hektar. Damit steige die Zahl der von ihnen zu betreuenden Waldbesitzer. "Förster haben weniger Zeit für eine gute Beratung, längere Fahrwege durch die Reviere, um den Zustand des Waldes zu überprüfen", so Richter.

Beide Punkte seien für den vorbeugenden Brandschutz aber immens wichtig. Waldbesitzer bräuchten eine kompetente Beratung, um gegebenenfalls wichtige Maßnahmen für den Brandschutz zu treffen. So habe ein Eigentümer im vergangenen Jahr einen Waldbrandriegel auf 0,5 Hektar angelegt und Laubbäume gepflanzt. "Bis dieser Riegel wirkt, vergehen viele Jahre, aber dann ist es ein effektiver Schutz, um Brände einzudämmen", erklärt Schlotthauer.

Noch wichtiger für die Feuerwehren seien freie Wege. "Wir müssen alle Flächen schnell mit unserer Technik erreichen können", sagte der stellvertretende Kreisbrandmeister Volker Lehmann. Nur so sei eine effektive Brandbekämpfung zu gewährleisten. Im vergangenen Jahr wurden in der Prignitz 15 Kilometer Waldweg neu angelegt oder instand gesetzt. Das sei ein guter Wert, lobte Richter. 260 000 Euro wurden dafür investiert, in ganz Brandenburg waren es 3,5 Millionen. Fördermittel können für solche Maßnahmen beantragt werden.

Im Falle eines Waldbrandes sind die Wehren auf sich allein gestellt. Konnte die Forst früher mit eigener Technik Kameraden im Ernstfall unterstützen, sei auch dies nicht mehr möglich. "Technik, wie beispielsweise Traktoren, halten wir praktisch fast nicht mehr vor", erklärte Detlef Richter.

Zahlen und Fakten

Der Kreis Prignitz besitzt rund 49 000 Hektar Waldfläche. Aufgrund der hohen Kiefernbestände und der Niederschlagsmenge ist der Kreis in der zweithöchsten Gefahrenklasse für Waldbrände eingestuft. 141 Feuerwehren mit 3780 aktiven Kameraden gibt es. Sie verfügen über 55 wasserführende Fahrzeuge mit insgesamt 100 000 Litern.

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