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Lokales

23. August 2017 | 02:49 Uhr

Redefin: Die Gala der wilden Hengste

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Redefin | Für das Landgestüt beginnt am kommenden Sonntag die mit Abstand wichtigste Jahreszeit, die der Hengste und ihrer Paraden. Die gibt es mit einigen Unterbrechungen inzwischen seit 75 Jahren und jedes Jahr soll der Zauber von wilden Pferden neu entfacht werden.

Wichtigste Neuerung im Vergleich zu den vergangenen Jahren: Erstmals gibt es statt vier nur noch drei Paraden, am 12., am 19 und am 26. September. Dafür ist die Zahl der Sitzplätze rund um den Paradeplatz erhöht worden. Statt der in den letzten Jahren üblichen 5000 Sitzschalen stehen nun jeweils 6000 Sitzmöglichkeiten zur Verfügung, allesamt überdacht. Gestütschefin Antje Kerber hing dennoch die Latte der Erwartungen hoch: "Wenn das Wetter mitspielt und unsere Erwartungen sich an den Tageskassen erfüllen, dann können wir nahe an die möglichen 18 000 Karten kommen." Der Vorverkauf sei bisher nicht schlecht gelaufen, dennoch zeige sich deutlich der Trend, dass sich viele Menschen nicht langfristig festlegen wollen. Kerber: "Auch ein Besuch bei der Hengstparade wird in den Familien immer kurzfristiger geplant, darauf stellen wir uns ein."

Proben laufen bereits seit Anfang August

An dem Programm, an dem mehr als 100 Menschen und noch einmal so viele Pferde aktiv teilnehmen, wird seit Anfang August fleißig geprobt. Wie in den vergangenen Jahren auch, wollen die Verantwortlichen eine Mischung aus bewährten Schaubildern und einigen Neuerungen anbieten. "Viele Besucher erwarten von uns natürlich den Kesselpauker, die Ungarische Post, die Quadrillen, die Römerwagen und die Lützower Jäger. Auf diese Traditionen legen auch wir großen Wert und pflegen das. Daneben gibt es immer auch ein paar Überraschungen, für die nicht nur unsere Auszubildenden zuständig sind", verriet Rolf Günther vom Landgestüt.

So wird den Besuchern in diesem Jahr eine exotische Landpartie versprochen, wird es eine extra Aktion zu den 20-jährigen Verbandsjubiläen des Pferdezuchtverbandes und des Pferdesportverbandes geben. Mit von der Partie sind bekannte und erfolgreiche Reiter aus dem Land, wie z. B. Holger Wulschner mit seinem Hengst "Capriol".

Überhaupt soll die diesjährige Parade im Zeichen der Kooperation und der fairen Zusammenarbeit zwischen dem Gestüt und den Pferdezüchtern im Land stehen. Gestütsleiterin Kerber konstatierte gestern auf entsprechende Nachfrage eine deutliche Beruhigung des Klimas in den vergangenen Wochen. "Wir haben wieder Zeit, uns auf unsere Arbeit zu konzentrieren."

Nach Arbeit soll die Hengstparade natürlich nicht aussehen, auch wenn viel Arbeit in jedem Schaubild steckt. Eine besondere Rolle kommt auch in diesem Jahr wieder den Auszubildenden zu. Sie werden zum einen das Polospiel vorführen, eine schwierige Aufgabe, bei der der Fluchtreflex jedes Pferdes vor dem Ball in den Griff bekommen werden muss. Dazu kommt im zweiten Teil der Parade die Pyramide der Azubis auf Kaltblut hengsten. Die erste große Neuerung werden die Zuschauer schon zu Beginn merken. Zum einen gibt es mit dem Landespolizeiorchester einen neuen Klangkörper, zum anderen werden die Musiker auch in die Pferdearena einmarschieren.

Die Mischung aus Angeboten für die Pferdefachleute und das normale Publikum, das auf farbenprächtige Schaueinlagen steht, soll auch in diesem Jahr gelingen.

Bereits gelungen ist die Zusammenarbeit mit den Sponsoren der Region, die einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Spektakels leisten. Besonders stark engagiert sich in diesem Jahr die Edeka Handelsgesellschaft Nord. Dank deren Hilfe wird in diesem Jahr erstmalig ein gleichnamiges Kinderland angeboten, in dem die Jüngsten bei dem stundenlangen Programm sich beim Basteln ausprobieren oder einfach nur toben können. Das Gestüt will mit seinem Angebot möglichst die ganze Familie erreichen und nicht nur Ältere. Angesichts des langen Programmes, die Parade dauern offiziell jeweils von 13 bis 17 Uhr, ein anspruchsvolles Vorhaben.

Nichts geändert hat sich an der Zusammensetzung der Gäste. Neben den Mecklenburgern spielen schon seit Jahren die Besucher aus Hamburg, Teilen Schleswig-Holsteins und dem nordöstlichen Niedersachsen eine enorm wichtige Rolle. Ungebrochen ist auch die Treue der Busunternehmen zur Hengstparade, pro Veranstaltung werden wieder mehr als 70 Busse erwartet, die nicht nur Gäste aus dem Norden auf den Platz bringen.

Auch wenn sich natürlich alle Sonnenschein wünschen, so ist auch alles für Regenwetter garantiert. Der Paradeplatz verfügt über eine spezielle Entwässerung. Kerber: "Da können wir auch noch nach zwei Stunden Dauerregen problemlos galoppieren. Und von den Zuschauern wird keiner nass werden".

Die Moderation wird die Gestütsleiterin auch in diesem Jahr in enger Zusammenarbeit mit dem Pferdekenner Dieter Quaas übernehmen. An den Paradetagen sind das Gelände und die Stallungen ab 9 Uhr geöffnet.

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erstellt am 07.Sep.2010 | 06:12 Uhr

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