Schwerin : Recycling-Hof schließt

recyclinghof

Stadt macht Annahmestelle am Sieben Seen Center dicht, doch Entsorgungseinrichtungen in Cottbuser Straße und Ziegeleiweg bleiben.

svz.de von
02. Dezember 2013, 13:30 Uhr

Zum Jahresende wird der Recyclinghof hinter dem Sieben Seen Center geschlossen. Darüber sind viele Schweriner sehr verärgert. „Um die Vermüllung der Umwelt zu vermeiden, sind auch entsprechende Angebote an die Bürger erforderlich“, sagt SVZ-Leser Detlef Ganzer und kritisiert, dass die viel genutzte Sammelstelle dicht gemacht werde. „Wir halten das weder für kunden- noch für umweltfreundlich, ganz abgesehen von längeren Autofahrten.“ Auch Jens Ludwig, Ortsbeiratsvorsitzender von Krebsförden, macht seinem Unmut Luft: „Bei der Schließung der Polizeidienststelle im Center in diesem Jahr wurde unser Ortsbeirat noch um eine Stellungnahme gebeten, was allerdings die Schließung auch nicht verhindern konnte. Nun schließt man eine weitere bürgerfreundliche Servicestelle, ohne unsere Bürger und ihren Ortsbeirat gehört zu haben“, beklagt der Ortsbeiratsvorsitzende.

Den Frust verärgerter Bürger bekommen vor allem die Mitarbeiter des Recycling-Hofes zu spüren, wo eine Tafel die Schließung ankündigt. Doch die können gar nichts dafür, ganz im Gegenteil: Sie sind selbst betroffen. Holger Walz, Geschäftsführer des Unternehmens Planung und Technik, das bislang die Annahmestelle betrieben hat, erklärt: „Wir sind sehr traurig, dass diese Einrichtung geschlossen wird. 20 Jahre lang haben unsere Mitarbeiter hier eine gute Arbeit geleistet, nun werden sie entlassen.“ Die Stadt habe den Betrieb der Recycling-Höfe neu ausgeschrieben und bei dieser Gelegenheit gleich zwei geschlossen, erläutert Walz.

Dies bestätigt Dr. Wolfram Friedersdorff, Dezernent für Bauen, Ordnung und Umwelt. Und er erklärt auch den Grund: „Schwerin hat im Vergleich zu anderen Städten mit einer ähnlichen Bevölkerungszahl überproprtional viele Recycling-Höfe. Durchschnitt ist einer für 100 000 bis 150 000 Einwohner. Deshalb hat die Stadtvertretung beschlossen, dass nach Auslaufen der bestehenden Verträge zum Jahresende 2013 für die Neuausschreibung nur noch zwei öffentliche Annahmestellen zu berücksichtigen sind. Entsprechend haben wir die Ausschreibung formuliert und je einen Recycling-Hof für den nördlichen und südlichen Bereich der Stadt ausgeschrieben. Den Zuschlag hat die Firma Alba bekommen, die sich für die Cottbuser Straße und den Ziegeleiweg als Standorte entschieden hat“, berichtet Friedersdorff. Das bedeute, dass die Annahmestelle in Krebsförden zum 31. Dezember geschlossen und auch die in der Ratzeburger Straße schrittweise aufgelöst werde.

Hintergrund für den Stadtvertreterbeschluss sei der Kostenfaktor gewesen, erläutert der Dezernent. „Wir standen 2011 vor der Wahl, entweder die Müllgebühren um etwa zehn Prozent zu erhöhen oder Subventionierungen bestimmter Teilbereiche abzubauen.“ Die Stadtvertretung habe sich damals entschieden, künftig nur noch zwei Recycling-Höfe in der Stadt zu bezuschussen, sagt er rückblickend. So konnten Gebührenerhöhungen vorerst vermieden werden.

Die von einigen SVZ-Lesern geäußerte Sorge, dass die Schließung von Wertstoffsammelstellen dazu führen könnte, dass mehr Müll in der Umwelt lande, will Ilka Wilczek, die Chefin der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen, nicht teilen: „Mit den zwei kommunalen Recycling-Höfen und den zwei gewerblich betriebenen in Stern Buchholz und beim Nahverkehr in der Ludwigsluster Chaussee ist Schwerin immernoch vergleichsweise komfortabel ausagestattet“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich gehe davon aus, dass die Schweriner auch verantwortungsbewusst ihren Müll entsorgen.“

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